27.12.2012

von B°-MS

Unser Lesetipp

Regionalkrimis und historische Romane liegen im Trend. In Verbindung mit Würzburg fällt dabei immer wieder ein Name: Roman Rausch

Roman Rausch bei der Vorstellung seines jüngsten Werkes in Würzburg

Geld und Gutscheine sind alljährlich besonders beliebte Geschenke zum Weihnachtsfest. Damit liegen Sie immer richtig. Allerdings haben die Beschenkten nun die Qual der Wahl. Zählen auch Sie zu den so Beschenkten? Haben Sie gar einen Gutschein aus dem Buchhandel erhalten und lesen Sie gerne?

Unser Lesetipp heute betrifft einen fränkischen Autor von Kriminal- und historischen Romanen: Roman Rausch

Portrait

"Tu was du willst, aber tue es gut!" Roman Rausch, seines Zeichens viel gelesener Roman- und Krimiautor, ist ein disziplinierter, zielstrebiger und akribisch arbeitender Schriftsteller. Obwohl er mittlerweile in Berlin lebt, hängt sein Herz an der fränkischen Heimat. Geboren 1961 in Gerolzhofen und aufgewachsen in Reupelsdorf (Ortsteil von Wiesentheid, liegt zwischen Schwarzach und Prichsenstadt), prägen ihn seine Würzburger Jahre, wo er nach dem Abitur Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Medienwirtschaft studiert. Bereits zu Schulzeiten entdeckt er sein Talent zum Texten und Formulieren, als er - wie einst Cyrano - Liebesbriefe im Namen von Freunden verfasst. Bevor er allerdings seinem Faible für das Schreiben nachgibt, arbeitet er zwölf Jahre bei verschiedenen Unternehmen im Bereich Medien und Marketing, u. a. bei Antenne Bayern. Dabei zählt die Recherche zu seinen liebsten Tätigkeiten, was ihm später beim Entwickeln seiner hintergründigen Geschichten zugute kommt.

Während des Mozartfests Ende der 90er Jahre entwickelt Roman Rausch die Idee eines Würzburg-Krimis zu seinem ersten Fall der Kommissar-Kilian-Reihe. Bei der Umsetzung dieser Idee lässt er sich nicht beirren. Nachdem er die Kriminalgeschichte "Tiepolos Fehler" niedergeschrieben und den Fall gelöst hat, blitzt er zunächst bei den gängigen Verlagen ab und veröffentlicht den Band schließlich im Book-on-Demand-Verfahren. Rauschs Kilian kommt bei den Lesern an. Sein Schreibstil ist geprägt durch kurze und prägnante Sätze und erinnert an den Ernest Hemingways. Dabei kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Im Jahr 2002 gründet er zusammen mit seiner Freundin Blanka Stipetic die Schreibakademie storials.com. Im selben Jahr erhält Roman Rausch auf der Leipziger Buchmesse den Books-on-Demand-Autoren-Award für seine ersten drei Kilian-Bände. Danach erhält er einen Vertrag beim Rowohlt-Verlag, der seitdem seine Romane herausgibt.

Nach dem vierten "Kilian" wechselt Rausch zunächst Figur und Handlungsort, auch um der Schublade des provinziell-fränkischen Regionalkrimiautoren zu entkommen. Zwischen 2006 und 2007 entwickelt er drei Krimibände um den Hamburger Kriminalpsychologen Balthasar Levy, die ebenfalls erfolgreich von den Lesern angenommen werden. Nach zwei weiteren Kilianbänden hat Roman Rausch Lust auf etwas Neues. Im Zuge seiner Recherchen taucht er in die Würzburger Historie ein. Schließlich veröffentlicht er 2009 seinen ersten historischen Roman, "Das Caffeehaus", eine spannende Geschichte rund um den berühmten Würzburger Baumeister Balthasar Neumann.

Das nächste Projekt "Die Kinderhexe" führt den Autor weiter in die Vergangenheit, in die dunkle Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Natürlich spielt die überaus spannende Handlung wieder in Würzburg. Der aktuelle Roman "Die Kinder des Teufels" schließt sich als Fortsetzung an, kann allerdings auch ohne Lektüre der Kinderhexe gelesen werden. Der Schluss dieses Romans lässt allerdings noch Raum für ein weiteres Buch, um die Geschichte zu Ende zu erzählen.

Noch steckt man Roman-Rausch-Romane meist in die Rubrik Regionalliteratur. Spielten seine Geschichten in Weltstädten wie Berlin, Prag oder Paris, käme wohl niemand auf diesen Gedanken, doch der fränkische Wahlberliner arbeitet zielstrebig daran, dass seine Bücher auch außerhalb seiner fränkischen Heimat in den Top-Seller-Regalen der Buchhändler angeboten und in naher Zukunft auch in anderen Sprachen veröffentlicht werden. Die Qualität dazu haben sie unzweifelhaft. Hoffnung setzt Rausch auch in die Verfilmbarkeit seiner Krimi- und Romanstoffe. Ein fertiges Drehbuch für einen Kilianfilm liegt bereits in der Schublade.

Roman Rausch ist selbstbewusst genug, um zu erkennen, dass für seinen Erfolg auch andere Menschen mitverantwortlich sind. Neben seiner Freundin und Kollegin Blanka Stipetic sind dies vor allem seine Lektoren sowie seine Familie und enge Freunde. Der Mut und die Fähigkeit, Kritik annehmen zu können, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dass Rausch nicht unnahbar in seinem Elfenbeinturm sitzt, ist auch daran zu erkennen, dass er sich als Mitbegründer (2004) des Autorenkreises Würzburg mit einer ganzen Reihe schreibender Kolleginnen und Kollegen austauscht sowie gemeinsame Projekte umsetzt.

Grundsätzlich ist Roman Rausch mit seinem persönlichen Lebensweg zufrieden. Als freischaffender Romanautor genießt er alle Freiheiten, sein Leben zu gestalten. Gleichwohl warten noch einige Geschichten, die erzählt werden und Träume, die verwirklicht werden wollen. Auch das sich ändernde Verhalten der Leser und der Trend zum E-Book stellen weitere Herausforderungen dar, denen sich Roman Rausch stellen muss. Und er wird es gut tun.

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