15.10.2014

von B° MS

(Quelle: Mainfranken Theater Würzburg)

MFT aktuell

1. Sinfoniekonzert und das aktuelle Bühnenprogramm ab dem 16. Oktober 2014 am Mainfranken Theater Würzburg

Mainfranken Theater

1. Sinfoniekonzert: Krieg und Frieden
16. und 17. Oktober 2014 | 20.00 Uhr | Konzertsaal der Hochschule für Musik Würzburg

Das Eröffnungskonzert der Sinfoniekonzertreihe des Philharmonischen Orchesters Würzburg widmet sich in einem russischen Programm ganz der musikalischen Ausleuchtung des Spielzeitthemas "Krieg und Frieden". Dirigent Enrico Calesso eröffnet den Konzertabend mit Sergei Prokofjews Ouvertüre zu Krieg und Frieden. Es folgt Peter Tschaikowskis Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 35. Als Solist ist Denis Goldfeld zu erleben, der zu den herausragenden Geigern seiner Generation gehört. Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 9 in Es-Dur op. 70 bildet den krönenden Abschluss.

Alle drei Werke wurden in Lebensphasen geschaffen, die von Unterdrückung und Leid geprägt waren: Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch und Sergei Prokofjew mussten in der Stalin-Diktatur unter teilweise lebensbedrohlichen Umständen leben und arbeiten, denn die parteiliche Reglementierung machte selbst vor der Kunst nicht halt. Auch Peter Tschaikowskis Wirklichkeit war von äußeren wie inneren Zwängen gekennzeichnet, die sich aber vielmehr aus der Diskrepanz seiner Homosexualität und der gesellschaftlichen Akzeptanz speiste.

PROGRAMM
Sergei Prokofjew Ouvertüre zu Krieg und Frieden
Peter Tschaikowski Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 35
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 9 in Es-Dur op. 70

Violine Denis Goldfeld
Dirigent Enrico Calesso
Philharmonisches Orchester Würzburg

Karten sind im Vorverkauf an der Theaterkasse erhältlich. Reservierungen sind telefonisch unter 0931/3908-124 oder per E-Mail an karten@theaterwuerzburg.de möglich.

BIOGRAFIEN

Denis Goldfeld gehört heute zu den herausragenden Geigern seiner Generation. Als Sohn einer Musikerfamilie in Ufa (ehem. UdSSR) geboren, gewann er mit elf Jahren den Nationalen Russischen Violinwettbewerb. 1990 lud ihn Zakhar Bron nach Lübeck ein, um dort sein Meisterschüler zu werden. Während seiner Studienzeit gewann er renommierte internationale Wettbewerbe wie den Wieniawski- und Oistrach-Violinwettbewerb sowie den Verbier Festival Academy Preis, der von Isaac Stern überreicht wurde. Hierdurch gelangte er zu internationalem Ansehen. Er spielt mit renommierten Musikern und gab Soloabende in Europa, in Amerika (Carnegie Weil Recital Hall), Japan und Israel. Denis Goldfeld war bereits Gast bedeutender Festivals, wie etwa dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Festival International de Colmar, beim Festival in Biarritz, beim Musiksommer Tours, beim Rheingau Musik Festival sowie beim Dias da Musica em Belem in Lisabon. Als Solist konzertierte er mit Orchestern wie der Moskauer Philharmonie, dem Sinfonieorchester St. Petersburg, mit den Moskauer Solisten mit Yuri Bashmet, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin mit Lawrence Renes, der NDR Radiophilharmonie unter Eivind Gullberg Jensen, dem Estonian National Orchester, dem Singapur Symphony Orchestra mit Lan Shui, dem Helsinki Philharmonic Orchestra mit Okko Kamu, dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine, der Jenaer Philharmonie, dem Münchener Kammerorchester mit Christoph Poppen, dem MDR Symphonieorchester mit Bruno Weil sowie dem Radio-Symphonieorchester Wien im Musikverein Wien mit Andrei Boreiko. Von seinem künstlerischen Wirken zeugen zahlreiche CD-Einspielungen.

Enrico Calesso wurde in Treviso (Italien) geboren und studierte Klavier in Venedig am dortigen Konservatorium bei Anna Colonna Romano. Parallel dazu schloss er 1998 sein Philosophiestudium bei Professor Emanuele Severino an der Universität Venedig mit Auszeichnung ab. Von 2000 bis 2005 besuchte er die Dirigierklasse von Professor Uroš Lajovic an der Universität Wien und absolvierte das Studium mit Auszeichnung. Bereits während seiner Ausbildung wirkte er bei verschiedenen Opernproduktionen als musikalischer Assistent mit, unter anderem bei den Bregenzer Festspielen und den Wiener Festwochen. Wichtige Erfahrungen sammelte er auch als Assistent von Ulf Schirmer. 2008 übernahm Enrico Calesso für drei Jahre die musikalische Leitung der Oper Klosterneuburg bei Wien und war von 2007 bis 2010 am Theater Erfurt als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors tätig. 2010 wechselte er als Erster Kapellmeister an das Mainfranken Theater Würzburg. Im Jahr darauf wurde er hier zum Generalmusikdirektor ernannt. Enrico Calesso dirigierte unter anderem die Wiener Symphoniker, das Radio-Symphonieorchester Wien, das Berner Symphonieorchester, die Norddeutsche Philharmonie Rostock, die Nordwestdeutsche Philharmonie, das Orchestre Symphonique de Mulhouse, die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, das Philharmonische Orchester Erfurt, die Filarmonia Veneta Malipiero sowie das Philharmonische Orchester Rzeszów. Daneben dirigierte er bei den Bregenzer Festspielen 2011 und 2012 mehrere Vorstellungen von Umberto Giordanos Andrea Chénier und am Theater Bern von Giuseppe Verdis Macbeth. In dieser Spielzeit zeichnet er verantwortlich für die musikalische Leitung der Produktionen Madama Butterfly, Carmen sowie Alessandro nell’Indie. Für das zweite, dritte sowie fünfte Sinfoniekonzert, die Hommage an Johannes Brahms, zum Wunschkonzert und für die Konzerte im Rahmen des Mozartfestes Würzburg wird er am Pult des Philharmonischen Orchesters Würzburg zu erleben sein.


Gerhart Hauptmann
DIE RATTEN

Premiere: 18. Oktober 2014 | 19.30 Uhr (Einführung 19.00 Uhr)| Großes Haus

Ab dem 18. Oktober 2014 präsentiert das Mainfranken Theater Würzburg im Großen Haus Gerhart Hauptmanns Tragikomödie Die Ratten in einer Inszenierung des Berliner Regisseurs Sascha Bunge. Hauptmanns Großstadtdichtung erzählt von verkrachten Existenzen, Bohemiens, Gaunern und Kleinbürgern, die alle unter dem Dach einer heruntergekommenen Berliner Mietskaserne wohnen. Der Autor siedelte sein Stück in der Gründerzeit an, in der die Hauptstadtmetropole einen enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erlebte, gleichzeitig aber durch gravierende soziale Umbrüche erschüttert wurde.

In einer kleinen Wohnung streiten zwei Frauen um ein Kind: Die leibliche Mutter, die junge Pauline Piperkarcka, hat ihr Kind Henriette John überlassen und fordert es nun zurück. Als der Streit zu eskalieren droht, schickt Frau John ihren Bruder Bruno, der Pauline einschüchtern soll. Aber der Versuch geht schief: Bruno tötet Pauline. Auf dem Dachboden desselben Hauses befindet sich ein Theaterfundus. Der ehemalige Theaterdirektor Harro Hassenreuter erteilt dort Schauspielunterricht. Er gerät ständig mit seinen Schülern in Streit über das Theater, über Kunst und Wirklichkeit. Wessen Schicksal ist es wert, auf der Bühne verhandelt zu werden? Vor dem Hintergrund der Groteske um Hassenreuter erscheint die Tragödie der Frau John umso wahrhaftiger. In seiner Großstadtdichtung von 1911 verwebt Hauptmann kunstvoll die beiden Handlungsstränge zu einer Tragikomödie über das richtige Theater und das falsche Leben.

Die Ratten ist nach der Uraufführung von Lothar Trolles K.o. nach zwölf Runden (Stunde der Boxer) in der vergangenen Spielzeit Sascha Bunges zweite Regiearbeit am Mainfranken Theater Würzburg. Auch bei dieser Produktion ist die Bühnen- und Kostümbildnerin Constanze Fischbeck an seiner Seite.

TEAM
Inszenierung Sascha Bunge
Bühne und Kostüme Constanze Fischbeck
Licht Walter Wiedmaier
Dramaturgie Roland Marzinowski

MIT
Harro Hassenreuter, ehemaliger Theaterdirektor Georg Zeies
Therese Hassenreuter, seine Frau Christina Theresa Motsch
Walburga, seine Tochter Theresa Palfi
Erich Spitta, Kandidat der Theologie,Hauslehrer Timo Ben Schöfer
Alice Rütterbusch, Schauspielerin / Frau Sidonie Knobbe Maria Brendel
Selma, ihre Tochter / Frau Kielbacke vom Landeskindererziehungsheim Claudia Kraus
Nathanael Jettel, Hofschauspieler / Käferstein, Schauspielschüler / Schierke, Polizist Tobias Roth
John, Maurerpolier Alexander Hetterle
Frau John Petra Hartung
Bruno Mechelke, ihr Bruder Uwe Fischer
Pauline Piperkarcka, Dienstmädchen Marianne Kittel

BIOGRAFIEN

Sascha Bunge wurde 1969 in Brandenburg/Havel geboren. Der Sohn des Theaterregisseurs Wolf Bunge (Gründer der Freien Kammerspiele Magdeburg) ist in Ost-Berlin aufgewachsen. Nach dem Abitur 1988 war Bunge unter anderem Regieassistent am Volkstheater Rostock. Er studierte Theaterwissenschaften/Kulturelle Kommunikation und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während dieser Zeit übernahm er die Leitung des Hoftheaters Prenzlauer Berg in Berlin und arbeitete von 1994 bis 1996 als Künstlerischer Leiter des projekttheaters sowie als Produktionsleiter und Dramaturg für die Tanzbühne und das Festspielhaus Hellerau in Dresden. Nach Beendigung seines Studiums 1996 war er als freier Regisseur, Produzent, Produktionsleiter und Autor tätig, vornehmlich für den Abendspielplan. Von 2005 bis 2014 war er Oberspielleiter und stellvertretender Intendant am Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin. Seitdem arbeitet er als freier Regisseur. Gerhart Hauptmanns Tragikomödie Die Ratten ist Bunges zweite Regiearbeit am Mainfranken Theater, nachdem er in der vergangenen Spielzeit die Uraufführung von K.o. nach zwölf
Runden (Stunde der Boxer) von Lothar Trolle inszenierte.

Die gebürtige Berlinerin Constanze Fischbeck studierte Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Sie entwirft Bühnenräume und Kostüme für Schauspiel, Performance und Musiktheater und beschäftigt sich daneben mit Videoarbeiten. 2008 entstand die 7 Kanal Raum/Videoinstallation Benzin – eine Rekonstruktion von Tauschsystemen in Lagos für das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, 2010 die Filminstallation Class Society und 2012 das Dokumentartheater Making of History (mit Daniel Kötter und Hans-Werner Kroesinger) für das Maxim Gorki Theater Berlin. Neben ihrer Praxis als Bühnenbildnerin arbeitet sie seit 2009 zusammen mit Daniel Kötter an dem internationalen Kunstprojekt state-theatre, das eine filmische Auseinandersetzung über den Ort des Performativen darstellt und in diesem Jahr in Düsseldorf, Istanbul und auf der Architekturbiennale Venedig zu sehen war. Mit dem Regisseur Sascha Bunge verbindet sie eine lange Arbeitsbeziehung. Ihre gemeinsamen Theaterarbeiten waren am Schauspiel Leipzig, Thalia Theater Halle, Theater Aachen, Staatstheater Oldenburg, Theater an der Parkaue in Berlin sowie an den Kammerspielen Magdeburg zu sehen. Nach K.o. nach zwölf Runden (Stunde der Boxer) von Lothar Trolle stattet Constanze Fischbeck mit Die Ratten zum zweiten Mal eine Schauspielproduktion am Mainfranken Theater aus.

Ernst Jünger
Sturm (UA)

Uraufführung: 19. Oktober 2014 | 21.00 Uhr | Atrium

Für die erste Uraufführung in der Spielzeit 2014/2015 kehrt das Atrium im Unteren Foyer des Mainfranken Theaters Würzburg als Aufführungsort zurück. Nachdem es in der vergangenen Spielzeit bereits als Spielstätte für die Uraufführung von Robert Woelfls Wir verkaufen immer diente, präsentiert das Schauspiel hier am 19. Oktober 2014 um 21.00 Uhr Ernst Jüngers Sturm in einer Bühnenfassung von Hermann Schneider.

Jünger schildert in seiner Novelle Momente aus dem Grabenalltag dreier junger Offiziere: Fähnrich Sturm, Doktorand der Philosophie, Leutnant Döhring, ein Verwaltungsjurist, und der Feldwebel Hugershoff, von Beruf Maler. Sie leben in den Unterständen der Schützengräben wie Bohémiens und treffen sich regelmäßig zu geselligen Abenden, bei denen Sturm aus seinen Texten liest. Durch diese Art geistiger Überlebenstechnik entziehen sie sich gemeinsam der ständigen Todesdrohung. Gleichwohl ist eine "Flucht aus der Zeit" für alle langfristig unmöglich. Der Krieg fordert seinen Tribut.

In der Fassung von Hermann Schneider, der bei der Uraufführung von Jüngers Novelle zugleich für Inszenierung und Bühnenbild verantwortlich zeichnet, wird aus Fähnrich Sturm der vielleicht letzte Überlebende des Krieges. Mit den Widrigkeiten des Schützengrabenalltags konfrontiert sucht auch er in der Literatur eine trügerische Geborgenheit. Doch ihm sind alle Mitstreiter längst genommen. Was sich eröffnet, ist der Blick auf und in ein Individuum, das vereinzelt und unentrinnbar im "Grauen einer mörderischen Sekunde" (Karl-Heinz Bohrer) gefangen ist.

Sturm erschien 1923 zunächst als Fortsetzungsroman im Hannoverschen Kurier. Anders als in seinen früheren Arbeiten In Stahlgewittern (1920) und Der Kampf als inneres Erlebnis (1922), in denen er sich affirmativ mit dem Ersten Weltkrieg auseinandergesetzt hatte, wird hier die ganze Sinnlosigkeit des Krieges deutlich. Begriffe wie Heldentod und Vaterland verlieren ihre Bedeutung: Denn unter den Bedingungen des Krieges ist keinerlei Sinnstiftung möglich.

Für die Inszenierung dieses Einpersonenstückes wurde das Atrium eigens umgestaltet und in einen Schauplatz des Ersten Weltkrieges verwandelt. Wie schon bei Wir verkaufen immer wird das Publikum  dem Geschehen von der Bar aus folgen können. 

TEAM
Inszenierung und Bühne: Hermann Schneider
Kostüme: Götz Lanzelot Fischer
Dramaturgie: Wiebke Melle
Mit: Sven Mattke

BIOGRAFIEN

Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie, Musik- und Theaterwissenschaften trat Hermann Schneider sein erstes Theaterengagement am Stadttheater Aachen an. 1990 debütierte er dort als Opernregisseur und hat seitdem in über fünfzig Inszenierungen an verschiedenen Opernhäusern in Deutschland, Wien und London Regie geführt. Er hatte verschiedene Lehraufträge an den Musikhochschulen Köln, Aachen und Düsseldorf, war Leiter des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg, war kommissarischer Intendant des Stadttheaters Eisenach und als Professor Leiter der Opernschule der Hochschule "Franz Liszt" in Weimar. Seit der Spielzeit 2004/2005 ist er Intendant des Mainfranken Theaters Würzburg, wo er zahlreiche Werke in Oper und Schauspiel inszenierte. Neben der Regie ist ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit das Schreiben, insbesondere von Libretti; dabei arbeitet, veröffentlicht und produziert er mit namhaften Komponisten wie Jörg Herchet, Anton Plate, Klaus Schulze oder Michael Obst zusammen. In der Spielzeit 2012/2013 führte er Regie in Gotthold Ephraim Lessings Schauspiel Minna von Barnhelm und bei Alban Bergs Oper Wozzeck. Schneider ist Mitglied im Verlegerausschuss des Deutschen Bühnenvereins. Im September 2011 wurde er in die "Chambre professionnelle des directeurs d'opéra" in Paris berufen. Im Oktober 2011 erfolgte die einstimmige Wahl zum Sprecher der Intendantengruppe der Bayerischen Intendanten. Im Mai 2012 wurde er zum Mitglied des Rundfunkrates des Bayerischen Rundfunks ernannt und vertritt dort die Leiter der Bayerischen Schauspielbühnen.

Diplom-Designer Götz Lanzelot Fischer war bereits bei über 200 Produktionen für die Ausstattung verantwortlich. Nach seinem ersten Engagement am Landestheater Coburg waren etwa Augsburg, Chemnitz, Halle, Heidelberg, Karlsruhe, Leipzig, München (Prinzregententheater und Staatstheater am Gärtnerplatz), Stralsund und Stockholm sowie diverse Festspielproduktionen weitere Stationen auf seinem Weg. Dabei arbeitete er mit Regisseuren wie Ulrich Peters, Willy Decker und Roland Velte zusammen. Auch bei Sendern wie ZDF, RTL und SAT1 schätzt man seine für verschiedene Fernsehshows entworfenen Kostüme. In Würzburg arbeitete Götz Lanzelot Fischer seit 1988 immer wieder als Gast. 2004 wurde er hier schließlich zum Kostümdirektor und Ersten Kostümbildner berufen. Daneben arbeitete er in letzter Zeit auch für das Staatstheater am Gärtnerplatz in München, das Opernhaus Halle und die Finnische Nationaloper Helsinki.

Der 1979 in Nordhausen geborene Sven Mattke absolvierte sein Schauspielstudium 2003 bis 2007 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 2005 gewann er mit der Inszenierung Nit-Wits nach James Stern den Ensemble-Publikumspreis beim Treffen der Schauspielschulen in Frankfurt am Main. Seit 2007 war er festes Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover und seit 2010 am Hessischen Landestheater Marburg. Hier war er unter anderem als Don Karlos (Regie Roscha A. Saidow) und als Hugo in Jean-Paul Sartres Die Schmutzigen Hände (Regie André Rößler) zu sehen, die als beste Inszenierung bei den Hessischen Theatertagen 2011 ausgezeichnet wurde. Gastengagements führten ihn unter anderem ans Thalia Theater Hamburg, ans Schauspielhaus Kiel, ans Staatschauspiel Dresden und an die Hamburger Kammerspiele. Neben dem Theater ist Sven Mattke auch in diversen Fernsehproduktionen aktiv. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist Sven Mattke festes Ensemblemitglied am Mainfranken Theater Würzburg. Neben seiner Rolle als Maik in Wolfgang Herrndorfs Tschick (Regie Nele Neitzke) war er unter anderem auch als Thomas Buddenbrook in Thomas Manns Buddenbrooks (Regie Malte Kreutzfeldt) zu erleben.


OPER AM KLAVIER I – LE VILLI (DIE WILLIS)
von Giacomo Puccini
Opera ballo in zwei Akten
Text von Ferdinando Fontana nach der gleichnamigen Erzählung von Jean Baptiste Alphonse Karr

23. Oktober und 15. November 2014 | 20.00 Uhr | Kammerspiele

Die Reihe "Oper am Klavier", bei der dem Publikum Spezialitäten und Raritäten der Musiktheaterliteratur in Ausschnitten, zu Klavierbegleitung und in konzertanter Form vorgestellt werden, geht am 23. Oktober in die nächste Runde. Die Opern oder Operetten, die in dieser Spielzeit in den Kammerspielen präsentiert werden, stehen dabei allesamt in Zusammenhang mit den Produktionen, die das Mainfranken Theater Würzburg in seinem Großen Haus anbietet. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe gestaltet Giacomo Puccinis Le Villi – jenes Werk, mit dem der Italiener sein Debüt als Opernkomponist gegeben hat. Vorstellungsbeginn ist um 20.00 Uhr.

Im Alter von 25 Jahren brachte Giacomo Puccini seine erste Oper zu Papier. Le Villi spielt im Schwarzwald und erzählt die Geschichte der beiden jungen Verlobten Roberto und Anna. Wegen einer Erbschaftsangelegenheit muss Roberto jedoch nach Mainz reisen, wo er einer anderen Frau begegnet und von ihr verführt wird. Annas Enttäuschung über das verratene gemeinsame Glück ist übermächtig: Sie stirbt aus Gram und verwandelt sich in eine Willi – einen bösen Tanzgeist. Gemeinsam mit ihren Gefährtinnen, die einst dasselbe Schicksal erlitten haben, tanzt sie den Treulosen bei seiner Rückkehr zu Tode.

In der Rolle des Vaters der Betrogenen ist der Bariton Daniel Fiolka zu erleben. Die Sopranisten Karen Leiber verkörpert die unglückliche Anna und der Tenor Yong Bae Shin singt die Partie des Robertos. Daniel Fiolka und Karen Leiber wirken aktuell auch noch in einer weiteren Puccini Oper mit: Madama Butterfly steht noch bis Februar auf dem Spielplan des Dreispartenhauses.

Kartenreservierungen für die beiden Vorstellungstermine von Oper am Klavier am 23. Oktober und 15. November 2014 sind telefonisch unter 0931/ 3908-124 oder per E-Mail an karten@theaterwuerzburg.de möglich.

BIOGRAPHIEN

Der Südkoreaner Yong Bae Shin absolvierte sein Gesangsstudium an der Universität YoungNam in Daegu (Südkorea). Nach seinem Diplomabschluss folgten ein Aufbaustudium am Konservatorium "Giuseppe Verdi" in Mailand sowie ein Meisterkurs bei Eva Randova. Yong Bae Shin wurde bei zahlreichen Wettbewerben ausgezeichnet, so belegte er jeweils den ersten Platz im Nationalen Gesangswettbewerb "Dalgubul" (Südkorea), dem Internationalen Gesangswettbewerb "per voci liriche de RHO" in Mailand und war Finalist beim Wettbewerb "Belvedere" in Wien, wo er auch beim Galakonzert der Preisträger mitwirkte. 1992 gab er sein Operndebüt als Nemorino in L'elisir d'amore am Staatstheater Daegu in Südkorea. Von 1999 bis 2007 war er als lyrischer Tenor Mitglied im Solistenensemble des Südthüringischen Staatstheater in Meiningen, wo er unter anderem als Alfred in Die Fledermaus, als Tamino in Die Zauberflöte, als Herzog in Rigoletto, als Alfredo in La Traviata, als Edgardo in Lucia di Lammermoor, als Manrico in Il trovatore und als Faust in Mefistofele zu erleben war. Seit der Spielzeit 2006/2007 ist er als erster Tenor festes Ensemblemitglied im Opernchor des Mainfranken Theaters Würzburg. Solistisch stand er hier als Hortensio im Musical Kiss me, Kate! sowie als Stanislaus in der Operette Der Vogelhändler auf der Bühne. Ferner wirkte er im Konzert zum Jahreswechsel der Spielzeit 2007/2008 mit sowie bei zwei Galakonzerten mit Opern- und Operettenarien. 2011/2012 gab er den Don Alvar in L`Africaine und sang in der Reihe "Oper am Klavier" die Partie Johann Wolfgang Goethes in Franz Lehars Friederike. Im Meininger Theater war er Solist in Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie im Rahmen des Jahreswechselkonzertes. In den vergangenen Spielzeiten war er unter anderem als Mcduff in der Verdi-Oper Macbeth, als Naraboth in Strauss´Salome und in der konzertanten Aufführung von Rossinis Oper La traviata zu hören gewesen. In der Spielzeit 2013 / 2014 gehörte er zu den Solisten der konzertanten Aufführung von Bellinis Oper La sonnambula.

Karen Leiber studierte an den Hochschulen für Musik in Köln und Weimar. Im Alter von 24 Jahren stand sie zum ersten Mal mit einer großen Partie auf der Opernbühne. Seither hat sich die Sängerin besonders als Wagnerinterpretin einen Namen gemacht. Sie sang aber auch Partien wie Giacomo Puccinis Tosca, Ludwig van Beethovens Fidelio und Giuseppe Verdis Lady Macbeth. In dieser Rolle gastierte sie auch an den Theatern in Mainz und Magdeburg. Zu ihrem Repertoire zählen außerdem zahlreiche Uraufführungen. Wiederholt gastierte die Sängerin an der Opéra National du Rhin in Straßburg, an den Staatstheatern Oldenburg und Meiningen sowie an der Oper Chemnitz. Sie sang am Athénée Théâtre in Paris, an der Bunka Kaikan in Tokio, am Teatr Wielki in Poznaß, sowie an den Opernhäusern in Erfurt, Weimar und Lausanne.
Die Sopranistin musizierte mit Dirigenten wie George A. Albrecht, Enrico Calesso, Marko Letonja, Günther Neuhold, Georges-Elie Octors und Rolf Reuter. Sie arbeitete mit den Regisseuren Götz Friedrich, Achim Freyer, Tatjana Gürbaca, Alexander von Pfeil, Hermann Schneider und David McVicar.
Seit der Spielzeit 2010/2011 ist sie Mitglied im Musiktheaterensemble am Mainfranken Theater Würzburg. Sie war hier in zahlreichen Wagner-Partien zu erleben, außerdem als Marie in Bergs Wozzeck und in Meyerbeers Oper L’Africaine. In der letzten Saison war sie als Elsa in Wagners Oper Lohengrin zu hören und debütierte in Richard Strauss’ Salome in der Titelpartie.

Der Bariton Daniel Fiolka wurde in Hagen geboren und studierte an der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen Gesang und Gesangspädagogik. Beides schloss er mit Auszeichnung ab. Er besuchte Meisterkurse unter anderem bei Reinhard Leisenheimer, Julia Hamari und Kurt Moll. Nach Stationen am Opernstudio Meran, dem Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein und dem Landestheater Detmold war er von 2001 bis 2007 am Theater Vorpommern (Stralsund/Greifswald/Putbus auf Rügen) fest engagiert. Seit 2007 gehörte er zum festen Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz (München). Zahlreiche Gastauftritte führten ihn unter anderem an das Staatstheater Wiesbaden, das Staatstheater Schwerin, das Theater Lübeck, das Volkstheater Rostock, das Landestheater Detmold und an die Deutsche Oper am Rhein. Zu seinen Partien zählen Papageno (Die Zauberflöte), Figaro (Il barbier di Sevilla), Zar (Zar und Zimmermann), Graf Almaviva (Le nozze di Figaro), Marcello (La Bohème), Danilo (Die lustige Witwe), Eisenstein (Die Fledermaus) und viele mehr. Neben der Oper gehört Fiolkas große Liebe dem Liedgesang. Er erhielt 2008 für seine Verdienste um das Deutsche Lied den Schubertpreis der Deutschern Schubertgesellschaft. Im Mainfranken Theater Würzburg war er in der Spielzeit 2010/2011 in der Oper La Cenerentola (Aschenputtel) in der Rolle des Dandini zu sehen. 2011/2012 stand er als Graf von Eberbach in Albert Lortzings Oper Der Wildschütz auf der Bühne.
Seit der Spielzeit 2012/2013 gehört Daniel Fiolka fest zum Ensemble des Mainfranken Theaters Würzburg.

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