13.10.2016

von B° SB

Wrigley Prophylaxe Preis 2016

Wissenschaftler aus Würzburg haben herausgefunden: Prophylaxe schmeckt, Nitratreiches Gemüse hemmt Gingivitis

Wrigley Prophylaxe Preis 2016

Der mit 10.000 Euro dotierte Wrigley Prophylaxe Preis wurde am 7. Oktober 2016 zum 22sten Mal verliehen. Sieger im Bereich Wissenschaft mit einer Prämie von 3.000 Euro sind zwei Forscherteams der Universitäten Würzburg und Hohenheim, die Hinweise auf eine abschwächende Wirkung von Nahrungsnitrat auf Gingivitis gefunden haben.

Das Gewinnerteam um Dr. Yvonne Jockel-Schneider, den renommierten Parodontologen Prof. Ulrich Schlagenhauf von der Universität Würzburg und Forschern der Universität Hohenheim (Prof. Dr. Reinhold Carle) stellte gemeinsam in einer klinischen Studie fest, dass Nitrat aus einem handelsüblichen Gemüsesaft den Verlauf chronischer Zahnfleischentzündungen bereits nach nur zwei Wochen spürbar verbessern konnte. Die Ergebnisse legen nahe, dass Gingivitis-Patienten mehr nitratreiche Gemüsesorten wie Kopfsalat, Rucola, Spinat oder Rote Bete essen sollten: „Damit eröffnet sich eine verblüffend einfache, effektive und kostengünstige Möglichkeit, etablierte Therapien zur Kontrolle gingivaler Entzündungen zu unterstützen,“ begründet Juror Prof. Dr. Thomas Attin, Universität Zürich, die Entscheidung der Jury.

Wie pflanzliches Nahrungsnitrat gingivale Entzündungen hemmt, muss noch weiter erforscht werden. Vermutlich spielen reaktive Zwischenprodukte wie Stickstoffmonoxid oder -dioxid eine Schlüsselrolle, die im Stoffwechsel

Wie pflanzliches Nahrungsnitrat gingivale Entzündungen hemmt, muss noch weiter erforscht werden. Vermutlich spielen reaktive Zwischenprodukte wie Stickstoffmonoxid oder -dioxid eine Schlüsselrolle, die im Stoffwechsel nach der Reduktion von Nitrat zu Nitrit entstehen. Sie wirken unter anderem blutdrucksenkend und entzündungshemmend.

Weitere Preisträger 2016

Weitere Preise gehen an Wissenschaftler der Berliner Charité, der Universität Greifswald sowie an ein Berliner Programm zur Mundgesundheitsförderung bei Menschen mit Behinderungen (Prämien insgesamt 7.000 Euro). Der Sonderpreis Praxis mit 2.000 Euro geht an eine Kieler Studenteninitiative für ein Prophylaxeprojekt mit Flüchtlingskindern. 

Der Wrigley Prophylaxe Preis zeichnet seit 22 Jahren herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Kariesprophylaxe aus. Er fördert erfolgreiche Präventionsinitiativen, rückt aber auch Probleme mit dringendem Handlungsbedarf in den Fokus der Öffentlichkeit. Sowohl der Preis, der unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) steht, als auch die Stifterorganisation Wrigley Oral Healthcare Program genießen in der Dentalbranche einen exzellenten Ruf. 

Mitglieder der diesjährigen Jury sind: Prof. Dr. Thomas Attin, Universität Zürich, Prof. Dr. Werner Geurtsen, Medizinische Hochschule Hannover, Prof. em. Dr. Joachim Klimek, Universität Gießen, Prof. em. Dr. Klaus König, Universität Nijmegen, Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel, Universität Aachen, Prof. Dr. Edgar Schäfer, Universität Münster, DGZ-Präsident, Dr. Michael Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG), Düsseldorf

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