21.10.2015

von Stadt Würzburg B° RB

Brücke Raiffeisenstraße

Die Tage der Brücke Raiffeisenstraße sind gezählt: Beim Abbruch müssen alle Register gezogen werden

Brückeningenieur Roland Meier und Tiefbau-Chef Jörg Roth auf der Behelfsbrücke neben der Brücke Raiffeisenstraße. Die Vorbereitung des Baugeländes war aufwendiger als der nun anstehende Abbruch des Überbaus.

An eine derart verzwickte Aufgabenstellung bei Brücken-Abbrucharbeiten kann sich der städtische Tiefbau-Chef Jörg Roth nicht erinnern: „Verglichen damit war beispielsweise das Ende der Siligmüller-Brücke ein einfaches Projekt. Auch wenn die Fahrbahn damals direkt über die Bahngleise verlief und die Arbeiten entsprechend im DB-Fahrplan eingetaktet werden mussten.“ Die Brücke Raiffeisenstraße hält hingegen für die Tiefbauer ein ganzes Bündel Herausforderungen parat. Die über 200 Meter lange Betonschnecke, hat nach Entstehung des Greinbergknotens und weiteren Modifizierungen des Stadtrings die ursprüngliche Bedeutung für die Innenstadt-Verkehrsflüsse verloren. Das Bauwerk ist heute entbehrlich und so will man langfristig nicht in den teuren Unterhalt einer kaum genutzten Brücke investieren.

Für die Pleichach ist dieser Rückbau gleichzeitig eine Riesenchance auf eine natürliche Umgebung. Mit dem Flüsschen beginnen aber schon die Schwierigkeiten: Bei einem Starkregen-Ereignis kann das eigentlich beschauliche Bächlein in kürzester Zeit rapide ansteigen. Wäre die Baustelle in der Schweinfurter Straße dann ein Hindernis, hätte das Wasser nur noch einen „Ausweg“ und würde den Real-Parkplatz überfluten. Die Brücke kann also nicht einfach an Ort und Stelle heruntergelassen werden. Eine temporäre Umleitung des Gewässers ist zwingend erforderlich. Eine Behelfsbrücke über dieses Gewässer macht die Baustelle weiterhin zugänglich. Das zusätzliche Flussbett wiederum ist bereits Bestandteil der späteren Grüngestaltung.

In unmittelbarer Nachbarschaft der etwa 45 Jahre alten Brücke ist zudem ein steiler Bahndamm. Dieser ist während des Rückbaus aufwendig durch eine Stützmauer zu sichern. Oben verläuft die Kabeltrasse der Deutschen Bahn. „Ein Schaden an dieser sensiblen Infrastruktur wäre ein Worst-Case-Szenario mit direkter Auswirkung auf drei wichtige Bahnlinien“, erklärt Roth. Aufgrund dieser Nähe zur Bahn muss die unter Spannung stehende Brücke Stück für Stück abgetragen werden. Eine Sprengung oder das Ausheben großer Elemente kann man in diesen beengten Verhältnissen nicht riskieren. Zumal man weiß, dass der Spannstahl im Inneren der Brücke für Überraschungen gut ist. Hier kam vor Jahrzehnten eine Marge minderwertiger Stahl zum Einsatz, der bisweilen unter Belastung  ohne „Vorankündigung“ bricht. Entsprechend aufwendig ist nun auch die unterstützende Konstruktion zur Sicherung der etwa 20 Tonnen Gewicht pro laufenden Meter Brücke.

Entfernt wird die Brücke schließlich mit einem Abbruchbagger mit überdimensionaler Kneifzange, der die Brücke regelrecht abknabbert. Für diesen Bauabschnitt, der im November eine einwöchige Vollsperrung der Schweinfurter Straße erforderlich macht, braucht es dann auch noch eine dicke Schutzschicht aus Sand, die den Straßenbelag und die Versorgungsleitungen der Schweinfurter Straße vor den einschlagenden Krümeln von oben schützt. Brückeningenieur Roland Meier stellte nun bei einem Ortstermin in Aussicht, dass man diese Sperrung in der Herbstferienwoche eingetaktet hat: „Wir bedanken uns schon heute bei den Autofahrern für ihre Geduld mit dieser Baustelle, die im Frühjahr 2016 abgeschlossen wird. In der Ferienzeit dürften die Umleitungen gerade zu den Stoßzeiten am leichtesten zu verkraften sein.“ Die Schweinfurter Straße befahren derzeit rund 35.000 Kfz am Tag. Der Abriss der Brücke kostet insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

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