25.09.2013

von B°-MS

(Quelle: Bockshorn im Kulturspeicher Würzburg)

Oktober im Bockshorn

Hochkaräter der Kabarettszene geben sich im Bockshorn im Kulturspeicher Würzburg die Klinke in die Hand.

Hagen Rether

HG Butzko

Martin Zingsheim

Klaus Staab

Mathias Tretter

Vince Ebert

Carsten Höfer

Christoph Sieber

Ausbilder Schmidt

Django Asül

Programm Oktober 2013

Di 1. Oktober 2013, 19.30 Uhr Mainfranken Theater Würzburg
Hagen Rether - "Liebe 4"


Hagen Rether, mit Preisen hochdekorierter Kabarettist am Klavier, tarnt sich als Charmeur. Im Plauderton bringt er böse Wahrheiten unters Volk – genau beobachtet und ohne Rücksicht auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit. Die Welt wird immer komplizierter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten zunehmend undurchsichtig: Vor diesem Hintergrund lässt Rether Strippenzieher und Marionetten, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen, versucht den oft absichtsvoll verborgenen Nutzen von Klischees und Drohkulissen aufzudecken und so genannte Sensationen als mediale Ablenkungsmanöver zu enttarnen. Während er die Fäden entwirrt und sich wieder darin verstrickt, unermüdlich ordnet und vermeintlich Wohlsortiertes umwirft, erscheint dahinter die Eitelkeit der (Ohn-)Mächtigen und hinter eitlen Politikergefechten der Lobbyismus–Verkäufer und Verkaufte erkennen sich für einen kurzen Moment im Spiegel. Es wäre zum Verzweifeln, wenn die Protagonisten nicht so lächerlich wären... und Hagen Rether weint und lacht. Und singt. LIEBE, so der seit Jahren konstante Titel des Programms, kommt darin nicht vor, zumindest nicht in Form von Herzen, die zueinander finden – und romantisch kommt allenfalls einmal die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Sichtbar wird jedoch die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt.

Auszeichnungen
u.a. Deutscher Kleinkunstpreis, Deutscher Kleinkunstpreis, Prix Pantheon, Passauer Scharfrichterbeil

Sprachlich so geschliffen und knallhart wie kein anderer wehrt sich da ein von der Welt enttäuschter Intellektueller, betreibt eine verletzte Seele Aufklärung in ihrer furiosesten Form, mit allem, was das Arsenal an Ironie, Sarkasmus und Zynismus hergibt. Nach wie vor einzigartig. (Süddeutsche Zeitung)

Das Programm heißt übrigens LIEBE. Es ist eine Sternstunde des Kabaretts. (Frankfurter Rundschau)

Keine Frage, mit Rethers kurzweilig-intelligenter, oft hochpolitischer Pianoplauderei ist das deutsche Musikkabarett endlich im 21. Jahrhundert angekommen. (FAZ)


Do 3. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
HG. Butzko - "Herrschaftszeiten"


Butzko wäre nicht Butzko, wenn er sich für sein brandneues Programm nicht mal wieder so seine ganz eigenen Gedanken gemacht hätte. Denn fragen Sie sich nicht auch seit einiger Zeit: Was ist denn eigentlich hier los? Und in der Tat, diese Frage ist berechtigt. HG.Butzko: "Ich mache seit 1997 satirisches Kabarett und inzwischen denk ich mir: "Wenn du dich mit den Mächtigen beschäftigen willst, wieso hältst du dich dann mit Politikern auf?" Tatsache ist, wer sozialdemokratische Forderungen durchsetzen will, muss Angela Merkel wählen, nachdem die SPD unter Gerhard Schröder ein Garant für konservative Politik war. Warum also nicht als nächstes eine Koalition von FDP und Linkspartei, unter dem Motto: Wir haben zwar keine Ahnung, was wir zusammen wollen, hauen uns aber erst mal alle was in die Fresse und pflegen anschließend gemeinsam unsere Wunden! Und wie nennt man so was? Piraten! Na toll. Wenn Sie sich aber mit den Mächtigen beschäftigen wollen, wer kommt Ihnen dann in den Sinn? In der Verfassung heißt es: Alle Gewalt geht vom Volke aus. Doch als unsere Verfassungsväter diesen Satz formulierten, müssen sie in einer eigenartigen Verfassung gewesen sein. Denn wenn die Gewalt vom Volke erst mal ausgegangen ist, stellt sich doch sogleich die Frage: Wohin eigentlich? Und kehrt sie von da auch irgendwann mal wieder zurück? Und wenn das Volk mal ausgeht, womöglich auf die Straße, und dort dann ruft: "Wir sind das Volk! Keine Gewalt!" ist das dann inzwischen vielleicht eine präzise Beschreibung des gesellschaftlichen Zustandes. Und müsste es deswegen also nicht richtiger heißen: Alle Gewalt geht dem Volke aus!


Fr 4. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Martin Zingsheim - "Opus meins"


Martin Zingsheim sitzt am Klavier und spielt. Spielt mit seiner Meinung, bis gesellschaftspolitische Kritik und absurde Liebeslieder aus dem doppelten Boden wachsen: "Witz schlägt unbemerkt in Wahrheit um in rockigen Chansons, die weit entfernt sind von der sozialkritischen Massenware" (Mainzer Rheinzeitung). Der "politisch völlig inkorrekte verbale Giftschrankakrobat” ist ein "Mann der Sprache” (Schwetzinger Zeitung) und verkörpert mit seinen erst 28 Jahren "so etwas wie die erneuerbare Energie auf Deutschlands Kleinkunstbühnen” (Kölner Stadtanzeiger). Mit ,OPUS MEINS - kabarett und zukunftsmusik‘ ist Zingsheim gleich mit seinem Erstlingswerk ein komödiantischer Rundumschlag gelungen: originelle Komik, mitreißende Musik und ein brillantes Gefühl für Sprache. Der Kabarettist Zingsheim präsentiert "unangestrengt locker und selbstironisch seine grandiosen Entertainerqualitäten" (Schorndorfer Nachrichten). Er ist "ein Querdenker, der geschickt mit den Erwartungen des Publikums spielt und selbst vor kabarettistischen Tabus [...] nicht halt macht” (Kölner Stadtanzeiger). Für so viel künstlerische Eigensinnigkeit auf höchstem Niveau gab es im Oktober 2011 dann auch gleich 3 Kleinkunstpreise in 3 Tagen: "Er geht intelligent mit Worten um [...] und ist sehr fix im Kopf - es ist wichtig, dass man der Gesellschaft was sagt" (Katja Ebstein, Jury Stuttgarter Troubadour).

Zingsheims Musikkabarett der Zukunft setzt sich zusammen "aus einem virtuosen Einfallsreichtum am Klavier und Kabarett-Texten, die zwischen herrlich aufgezwirbeltem Sprachwitz und bissiger Nachdenklichkeit abrupt hin- und herspringen und so das Publikum einem großartigen Wechselbad der Gefühle unterwerfen" (Schorndorfer Nachrichten). Seien es nun kabarettistische Innovationen zu den Themen Europa, Afrika und 1968 oder nie gehörte Persiflagen auf popkulturellen Wahnsinn oder das leiseste Lied der Welt und virtuose Diskussionen mit tiefgründigen Stimmenimitationen: Zingsheim verbindet in ,OPUS MEINS - kabarett und zukunftsmusik‘ "heterogene Elemente zu einem scharfen Gebräu aus politischem Chanson, Balladen und Sprachkritik [...] Eine schwindelerregende, intellektuelle Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht vergisst” (Kölner Stadtanzeiger).


Sa 5. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Klaus Staab - "Ohne Worte!"


Kabarett und Lieder über Zeitgenossen, die Zeitung von hinten nach vorne lesen, um dann nach Wetterbericht und Todesanzeigen im TV Programm steckenzubleiben, über Sesselprämien, den Ausverkauf des Tafelsilbers und die Diktatur des Kapitals. Schlagzeilen mit Schlagseite aus dem Land der Schnäppchenjäger, Duckmäuser, Zuschusterer, Arschaufreißer... von wegen Kulturnation!

"Ohne Worte!" versucht bis zum Anfang durchzudringen und lässt im Haifischbecken das Wasser ab. Klaus Staab zieht den Stöpsel.

"Er ist ein Berserker, der Klaus Staab. Aber zart besaitet. Er textet mit Wucht und haut in die Tasten. Aber dann auf einmal mit verletzlichem Herzen und leisen Melodien, dass es ganz still wird in einem." Diesen Eindruck hinterließ Klaus Staab bei Annelise Euler vom Main-Echo. Und nicht nur bei ihr.


Fr 11. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Mathias Tretter - "Mathias Tretter möchte nicht Dein Freund sein"


"Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein" – ein Titel mit gleich drei Unbekannten: Wer ist das Du, was ist ein Freund und warum denn nicht? Der gebürtige Würzburger und Wahl-Leipziger fürchtet in seinem neuen Solo um unser aller Privatsphäre. Man muss Freundschaft heute ganz neu definieren. Zusammen mit knapp einer Milliarde Menschen können wir jederzeit von jedem Ort der Welt ein digitales Poesiealbum mit putzigem Schwachsinn füllen. Wir können sogar mit Angela Merkel befreundet sein. Selbst die Politik postet, twittert, skypet und simst sich um den Verstand. Auch wenn da nicht mehr viel kaputtzumachen ist, wir müssen es trotzdem ausbaden: Volk und Vertreter befinden sich im medialen Daddelrausch. Mathias Tretter ist fest entschlossen, dem digitalen Wahnsinn etwas Handfestes entgegenzusetzen. Er hat zusammen mit seinen beiden Bühnenfreunden Ansgar und Rico ein "asoziales Netzwerk" gegründet. Denn das System kann nur mit seinen eigenen Mitteln geschlagen werden: Revolution in Deutschland? Das muss eine Facebook-Party sein! Und wenn die durch ist, wird der Stecker gezogen: Damit Menschen endlich wieder rocken statt zu bloggen, litern statt zu twittern, und f...en statt zu klicken!!!

"Mathias Tretter fragt sich, wie es nur soweit kommen konnte, dass aus aufrecht gehenden Mitbürgern lauter autistische Wesen wurden, die in gekrümmter Körperhaltung kleine technische Fetische anbeten und wie ferngesteuerte Jünger einem iGott huldigen. Aber Gott sei Dank macht er das nicht Moral triefend mit erhobenem Zeigefinger, sondern im besten Sinne spielerisch–klug reflektierend und wunderbar komödiantisch zugleich." (Bayerischer Rundfunk)

Auszeichnungen: u.a. 2010 Deutscher Kleinkunstpreis (Sparte Kabarett, mit dem Ersten Deutschen Zwangsensemble), 2009 Deutscher Kabarettpreis (Förderpreis), 2008 Bayerischer Kabarettpreis ("Senkrechtstarter"), 2007 Salzburger Stier (mit dem Ersten Deutschen Zwangsensemble), 2005 Passauer Scharfrichterbeil (2. Platz), 2005 Stuttgarter Besen in Silber


Sa, 12. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Vince Ebert - "Evolution"


Der menschliche Organismus ist ein wahres Wunderwerk. Hautzellen werden alle vier Wochen regeneriert, rote Blutkörperchen alle 120 Tage. Man schätzt, dass nach sieben Jahren jede Zelle in unserem Körper komplett erneuert wurde. Und spätestens dann sagen viele Ehefrauen: "Du bist mir so fremd geworden...” Der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert beschäftigt sich in seinem neuen Programm mit dem größten Thema überhaupt: dem Geheimnis des Lebens! Vor rund 3,5 Milliarden Jahren entstand die erste Lebensform in einem ölig-schleimigen Tümpel, quasi die Vorform eines Versicherungsvertreters. Wir haben uns gegen Dinosaurier, Säbelzahntiger und Pestviren durchgesetzt. Selbst Lehmann-Brothers, Fernsehköche und Doku-Soaps konnten uns nicht aus der Bahn werfen. Inzwischen hat der Mensch keine natürlichen Feinde mehr. Bis auf die eigene Verwandtschaft natürlich. Was also ist der Schlüssel zur einzigartigen Karriere des Homo sapiens? Warum entwickeln wir Mondraketen, Antibiotika und Reisezwiebelschneider, während unsere Vettern im Urwald immer noch mit Stöcken in Termitenbauten herumstochern? Wir haben das Higgs-Teilchen gefunden, kennen die Größe des Universums und sind sogar fähig, uns mit Nuklearwaffen selbst zu zerstören. Das soll uns ein Schimpanse erst mal nachmachen! Und doch sind wir immer noch irrational und unperfekt. Warum neigen wir dazu, an Gott zu glauben? Wieso schaffen es Frauen nicht, den Lidstrich mit geschlossenem Mund zu ziehen? Und warum vergessen wir den Namen unseres Schwippschwagers, während wir das Lied "Da steht ein Pferd auf`m Flur” nicht mehr aus dem Kopf bekommen? Vince Ebert gibt naturwissenschaftlich fundierte Antworten und erklärt, warum die Natur Sex erfunden hat, ob wir jemals unsterblich werden und ob der Musikantenstadl mit der Evolutionstheorie vereinbar ist.

Vita Vince Ebert
Vince Ebert (Jahrgang 1968) studierte Physik in Würzburg. Nach dem Studium arbeitete er in einer Unternehmensberatung und in der Marktforschung, bevor er 1998 seine Karriere als Kabarettist begann. Er ist bekannt aus TV-Sendungen wie "Mitternachtsspitzen”, "Ottis Schlachthof”, dem "Quatsch Comedy Club” und "TV Total”. Sein Anliegen: die Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge mit den Gesetzen des Humors. Mit seinen Programmen "Physik ist sexy” (2004) und "Denken lohnt sich” (2007) machte er sich einen Namen als Wissenschaftskabarettist, der mit Wortwitz und Komik sowohl Laien als auch naturwissenschaftliches Fachpublikum unterhält. Im Oktober 2008 erschien sein erstes Buch "Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie”, das sich bislang über 330.000 mal verkauft hat.


13. Oktober 2013
Rosa Hilfe-Gala



Fr 18. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Carsten Höfer - "Frauenversteher"


Carsten Höfer kennt sich aus mit den Frauen. Seine sechs Jahre ältere Schwester hat ihn früher immer als Mädchen verkleidet, weil sie eigentlich viel lieber ein Schwesterchen gehabt hätte. Mit Schleifchen im Haar und Röckchen um die Hüften, so hat sie ihn angekleidet und fotografiert. Carsten Höfer weiß, wie man sich als Frau fühlt. Wahrscheinlich hat diese frühkindliche "Zwangsfeminisierung" dann dazu geführt, dass er heute genau weiß, wie Frauen fühlen und denken.

Carsten Höfer versteht die Frauen - ihre Sehnsüchte, ihre Gedanken, ihre Art zu kommunizieren. Carsten Höfer versteht auch die Männer - ihre Leidenschaften, ihre Freundschaften, ihre Art zu feiern. Carsten Höfer hat eigene wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, um der Problematik zwischen Mann und Frau auf den Grund zu gehen. Und: In seinem Programm "Frauenversteher" erhalten Sie nachvollziehbare und anwendungsfreundliche Lösungshilfen.

Verwöhnen Sie sich mit diesem hochkarätigen Gentleman-Kabarett. Carsten Höfers "Frauenversteher" ist, wenn Sie ein Mann oder eine Frau sind, genau das Richtige für Sie!

"Carsten Höfer verspricht Gentleman Kabarett und hält Wort. Intelligente und unaufgeregte Unterhaltung, die auf gängige Klischees und Humor unterhalb der Gürtellinie verzichtet.” (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)


Sa 19. Oktober 2013, 20.15Uhr Bockshorn
Christoph Sieber - "Alles ist nie genug!"


Dass der Mann mit Kabarettpreisen förmlich überschüttet wird, verwundert nicht, hebt er sich doch in seiner Mischung aus spitzzüngigem Politkabarett und pantomimischen Tanz und Gesangseinlagen grandios von manch einem seiner Kollegen ab. In Zeiten, in denen nicht nur Politikverdrossenheit immer weiter um sich greift, sondern auch die Politiker genug vom Bürger haben, zeigt Christoph Sieber in seinem aktuellen Programm, dass in jeder Aussage, in jeder Tat eine wundervolle Komik steckt, über die es sich zu lachen lohnt.

Christoph Sieber ist vielfach ausgezeichneter Kabarettist, Comedian, Autor und Moderator. Er ist regelmäßiger Gast im "Satire Gipfel" (ARD), in "Neues aus der Anstalt" (ZDF), den "Mitternachtsspitzen" (WDR), bei "Volker Pispers & Gäste" (3sat) und in vielen anderen Kabarettsendungen im Fernsehen. Der studierte Pantomime präsentiert zudem als Gastgeber die monatliche TV-Sendung "Spätschicht" im SWR.

In "Alles ist nie genug!" ist Christoph Sieber ernsthaft komisch und herzlich böse. Er zeigt eine verliebt lyrische Seite und präsentiert zuweilen in Bonbonpapier gehüllten Zynismus, der das Publikum betroffen schweigen und im nächsten Moment herzlich lachen lässt. Bei ihm ist Kabarett auch Wut, über die man lachen kann.

Ein Kabarettprogramm auf der Höhe der Zeit. Erleben sie also die perfekte Mischung aus Kritik und Unfug, aus Ernst und Klamauk. Freuen sie sich auf ein Programm mit erheblichem Tiefgang und auf den sympathischen Kabarettisten der nächsten Generation: Christoph Sieber.


Fr 25. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Tobias Mann - "Verrückt in die Zukunft"


Die globalen Ressourcen werden immer knapper! Dennoch weigert sich Tobias Mann auch in seinem neuen Programm standhaft dagegen, Energie zu sparen. Deutschlands wohl flinkster Komiker schickt sich wieder einmal an, die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy genüsslich einzureißen. Im Schweinsgalopp und mit Gitarre, Klavier und Mundwerk im Anschlag rast er durch den Irrgarten unserer Informationsgesellschaft. Die Situation ist hoffnungslos, aber irre komisch: Wir ballern uns via WWW das Hirn mit dem Wissen der Welt voll und können uns anschließend die PIN Nummer der EC-Karte nicht mehr merken. Aber wozu auch? Um Geld abzuheben, das morgen schon nichts mehr wert ist? Doch wie kann man die Zukunft retten? Optimistische Eltern möchten ihren Nachwuchs mit Hilfe von pädagogisch wertvollem Spielzeug zu verantwortungsvollen Menschen erziehen und müssen schockiert erkennen, dass die lieben Kleinen das alte Holzgewehr von Opas Speicher offenbar doch viel faszinierender finden. Päpste sind mit ihrem Latein am Ende, Propheten fühlen sich missverstanden und selbst moderne Gurus wie Unternehmensberater und Work-Life-Balance-Trainer rufen ratlos aus: "Was ist los mit Gottes (Er-)schöpfung?" Obendrein sitzt manch überforderter Politiker ohne es zu wissen im Glashaus und ist dann überrascht, wenn gläserne Bürger mit Steinen werfen. Kurzum: Der Untergang des Abendlandes ist beschlossene Sache – also widmet sich Toby der Apokalypse einfach mit extrem guter Laune und spitzbübischem Charme. Er lässt einen wahren Pointenhagel auf das Publikum niedergehen, wenn er von seiner Suche nach fair gehandelten Boxershorts berichtet, innenpolitische Lehren aus dem Alltag afrikanischer Erdmännchen zieht oder heitere Lieder über das Ende der Welt zum Besten gibt.

Der Träger des Deutschen Kleinkunstpreises, des Hamburger Comedy Pokals und des Prix Pantheons bietet einen einmaligen "Furor aus Comedy, Kabarett und Unsinn" (Bonner Rundschau). Nicht umsonst schreibt Der Westen "Man könnte Seiten füllen mit Lobeshymnen." Könnte man. Aber am besten schaut man sich diese "geniale Personifikation aus knallhartem Gesellschaftskritiker, Rächer der Politikverdrossenen und strahlendem Comedian" (Passauer Neue Presse) mit seinem "atemberaubenden Hochgeschwindigkeitskabarett" (Memminger Zeitung) einfach selber an - demnächst auch in einem Theater in Ihrer Nähe.


Sa 26. Oktober 2013, 20.15 Uhr Bockshorn
Ausbilder Schmidt - "Schlechten Menschen geht es immer gut"


In einem politisch korrekten Land, in dem alles grün wird, ist die Sehnsucht nach wunderbarer politischer Unkorrektheit größer denn je. Die CDU, der FC Bayern, RWE... selbst die BILD wird grün. Gut, der Ausbilder ist auch grün, aber olivgrün. Und das macht den Unterschied. Gerade die kleinen Gemeinheiten des Alltages lassen die Glückshormone sprießen. Geh doch mal in den Bioladen und bestell dir einfach mal ein Ei aus der Käfighaltung... Ruf doch mal die Hotline an und brüll direkt los - warum sich erst ärgern lassen...? Drängel dich mal in der Einkaufsschlange vor und erzähl allen, dein Porsche Cayenne steht mit laufendem Motor vor der Tür - sie lassen dich durch ...!

Ausbilder Schmidt passt auf, dass unsere "piep-piep-piep-wir-haben-uns-alle-lieb-Gesellschaft" nicht eine Generation von "Bettnässenden ja Sagern" heran zieht. Jaaaa, wer will denn beim Fußball die stille Treppe statt der roten Karte? Wer will denn zu einer Politesse sagen "ja sie haben recht, es tut mir leid" anstatt sie in Grund und Boden zu beschimpfen. Und nein, wir wollen keinen Unisextarif für die Kindergartengebühr. Jungs kloppen sich und Mädels ziehen sich an den Haaren. Basta. Zum Glück haben wir unseren Ausbilder Schmidt, denn dieser opfert sich mal wieder und geht ganz selbstlos in den Kindergarten um präventiv mit den Kindern zu arbeiten: keine Macht dem Weicheinismus! Jawoll. Und wer kann uns besser erklären, wie man sich gemein durchs Leben mogelt, als unser Schmidti? Sind wir doch mal ehrlich, nett sein können andere besser. Ausbilder Schmidt, der Meister des feingroben schwarzen Humors ist zurück. Und es geht ihm guuuut, sehr gut sogar "SCHLECHTEN MENSCHEN GEHT ES IMMER GUT !!!"


Mi 30. Oktober 2013, 20.15Uhr Bockshorn
Django Asül - "Paradigma"


Wie so manches Gute kommt auch das Wort Paradigma aus dem Griechischen. Es kann Beispiel oder Vorbild heißen. Oder aber Abgrenzung oder gar Weltsicht. Und je präziser die Sicht auf diese Welt, umso mehr wird deutlich: So geht es nicht weiter. Es braucht einen Paradigmenwechsel. Die Parameter müssen neu eingestellt werden. Alles muss hinter-, wenn nicht sogar vorderfragt werden. Und so muss auch Django Asül sich fragen: Wie kriege ich die Kurve? Wie erreiche ich die nötige Nachhaltigkeit auf sämtlichen Ebenen? Wie kümmere ich mich besser um mein soziales Umfeld? Reicht es, wenn ich weniger arbeite und noch weniger Auto fahre? Oder muss ich mein Interesse an Mitmenschen auch dadurch zeigen, indem ich ihnen permanent auf den Keks gehe? Dem Individuum wie auch dem Großen und Ganzen droht der ultimative Burnout. Erstmals muss auch Django Asül sich um seine und fremde Ressourcen Gedanken machen. Der Rückzug ins Private scheint ein Ausweg zu sein. Denn Demokratie entpuppt sich endgültig als politischer Blindflug in Tateinheit mit finanziellem Größenwahn auf Pump. Und alles kumuliert in der Frage: Muss man Deutscher oder deutscher werden, um Europa auf Distanz zu halten? Mit dem neuen Werk Paradigma unternimmt Django Asül erstmals eine Reise zum Ich. Mit dem Ziel, in seiner eigenen Welt anzukommen.

Vita Django Asül
Nach Abitur, Ausbildung zum Bankkaufmann und einer Zeit als Tennistrainer widmete sich Django Asül ab 1996 dem Kabarett. Für sein erstes Programm "Hämokratie" erhielt er den Bayerischen Kabarettpreis in der Sparte "Senkrechtstarter". 2001 folgen das zweite Kabarettprogramm "Autark" sowie zahlreiche TV-Auftritte, u.a. bei "Café Meineid", "Rosenheim Cops", "Nachgetreten". 2007 derbleckte Asül als Fastenredner die Politiker beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg. 2008 enstand "Fragil", außerdem erhielt Django Asül die TV-Show "Asül für alle" im Bayerischen Fernsehen, die zweimal jährlich gesendet wird.


31. Oktober 2013
Würzburg Big Band - "Eine heiße Nacht in Würzburg"

Bockshorn Theater Würzburg

Am 30. Oktober 1984 eröffnete Mathias Repiscus in Sommerhausen das Bockshorn Theater. Anfang Oktober 2001 zog das Bockshorn mit seinem Team Monika Wagner-Repiscus und Mathias Repiscus als erste professionelle Kabarettbühne in die unterfränkische Metropole, in den neu errichteten Kulturspeicher ein.

"Ohne Mathias Repiscus wäre die deutsche Kabarettszene ein großes Stück kleiner! Ich habe sehr viel von meinem Schweizer gelernt." (Michael Mittermeier)

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Hochkaräter der Kabarettszene geben sich im Bockshorn im Kulturspeicher Würzburg die Klinke in die Hand.

Konzert am 25. September 2013 um 20.15 Uhr mit Volkan Baydar im Rahmen des Musikprojekts von Jan Reinelt im Bockshorn Theater Würzburg

Im Juni wird das Bockshorn in Würzburg zur Theaterbühne, im Juli wartet das Festival in Aub. Danach ist Sommerpause.

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