30.10.2013

von B°-MS

(Quelle: Bockshorn im Kulturspeicher Würzburg)

November im Bockshorn

Hochkaräter der Kabarettszene geben sich im Bockshorn im Kulturspeicher Würzburg die Klinke in die Hand.

Programm November 2013

Sa, 2. November 2013, 20.15 Uhr
Edmaier & Maurischat - "Nacktbaden – gescannt, gespeichert, gelinkt"


Wir sind alle nackt! Haben Sie ein Handy? Dann weiß der BND längst, wo Sie sind. Der gläserne Mensch ist Wirklichkeit geworden: Er schiebt sich durch Nacktscanner, bezahlt online mit seinen Payback-Punkten und postet das Ganze dann bei Facebook, um sein Leben im Vorratsspeicher der Leaks und Tweets zu verbringen. Genüsslich beschiffen Holger Edmaier und Vanessa Maurischat die Untiefen des weltweiten Datenmeeres, versinken in Hormonstürmen, zerschellen an den Klippen des Geschlechterkampfes und zeigen, wie wir alle Tag für Tag virtuell und ganz real die Hosen runter lassen - im Netz, in der Beziehung, am Strand. FKK war gestern - heute ist "Nacktbaden"!

Edmaier & Maurischat sind ausgezogen, um nackt zu sein. Also Badehose und Quietscheentchen eingepackt und "Schiff, ahoi"! Rettungsringe gibt es an der Garderobe... "Und das Beste: Beide lassen sich auf der Bühne genügend Freiräume, um die jeweilige Rolle zu entwickeln und künstlerisch zu gestalten. Ironisch, böse und subtil, amüsant und kurzweilig... "Nacktbaden" ist ein gekonnter Seelenstriptease ohne Lächerlichkeit und mit viel Herzblut und Humor." (Bonner Rundschau zum Pantheon)


Mi, 6. November 2013, 20:15 Uhr
ENSEMBLE WELTKRITIK und SIMON & JAN

kabarett new star festival
   
ENSEMBLE WELTKRITIK
... den Vorgaben ihres Sachbearbeiters der Arbeitsagentur Widerwillen folgend, stehen die beiden Jungakademiker dort, wo sie nie hin wollten: auf der Bühne. Das traurige Resultat ist ein virtuos amüsantes Kabarettprogramm, das Spaß macht!

SIMON & JAN
...zwei Stimmen und zwei Gitarren: fein arrangierte Songs, engelsgleicher Harmoniegesang und ein bis zur Perfektion betriebenes Gitarrenspiel. Dabei feuern sie auf alles, was sich bewegt. Kollateralschaden wird billigend in Kauf genommen.

Moderation: BIRGIT SÜSS


Do, 7. November 2013, 20:15 Uhr
TILL REINERS und MATTHIAS MACHWERK

kabarett new star festival
   
TILL REINERS
... da ist einer, der sich weit aus dem Fenster lehnt, weil er entwaffnend ehrlich ist, zu sich und dem Publikum; der Dinge sagt, die in ihrer Offenheit entlarvend berührend und oft absurd komisch klingen.

MATTHIAS MACHWERK
... als Frauen-Beinaheversteher, Weltverbesserer und Opfer der modernen Konsumgesellschaft jagt er in seinem Geschlechterkampf von einer Geschichte zur nächsten und nur zu oft findet sich der Zuschauer darin wieder.

Moderation: BIRGIT SÜSS


Fr, 8. November 2013, 20:15 Uhr
OLIVIER SANREY und TIMO WOPP

kabarett new star festival
   
OLIVIER SANREY
... Olivier Sanrey ist vermutlich der einzige belgische Comedian in Deutschland. Sein Ziel ist es, das Publikum auf eine Comedyreise außerhalb des Politikalltags mit zu nehmen. Alles oberhalb der Gürtellinie und beleidigungsfrei.

TIMO WOPP  
... etwas beinahe Vertrauenswürdiges umgibt den Mann auf der Bühne. Aber das ändert sich, wenn er seine Gemeinheiten ins Publikum schleudert. Dank einer Mischung aus Frechheit und Selbstironie lacht sein Publikum bereitwillig mit.

Moderation: BIRGIT SÜSS


Sa, 9. November 2013, 20.15 Uhr
Helge und das Udo - "Sonst macht ́s ja keiner!"


Zum vierten Mal setzt das völkerverständigende Duo aus dem zungenfertigen Kieler und dem ganzkörperkomischen Schwaben zu ihrem ungewöhnlichen Mix aus intelligenten Sketchen und Improvisationskomik an. Hier gibt es keine tausend Mal durchgekauten Themen wie die Unterschiede zwischen Mann und Frau, über das Leben ab 40 oder das erste Kind. Das machen andere viel besser ... oder besser: andere machen’s! Die zwei wortreichen Halunken beißen sich lieber die Zähne aus an Autoren wie Shakespeare und Ovid, an Vorbildern wie Loriot und Heinz Erhardt oder an den Möglichkeiten der körperlichen Darstellung von E-Gitarren. Sie opfern ihre Freizeit lieber für die musikalisch hochwertige Verhohnepiepelung des Sensenmannes oder choreographisch durchdachte Kraftfahrzeug-Medleys. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Witz! Und wenn die beiden es nicht machen, macht es ja sonst keiner! Und einer muss es ja machen, denn sonst gäbe es sie ja gar nicht, diese Mischung aus Anspruch und Unfug, aus Handwerk und Blödsinn, aus Anarchie und Präzision. Kurz: den Vorsprung durch Komik!

"Das geht weit über das hinaus, was man als reine Wortakrobatik einordnen kann." (Badische Neueste Nachrichten)


So, 10. November 2013, 20.15 Uhr
Urban Priol - "Jetzt." - AUSVERKAUFT!


Deutschland hat gewählt. Es war eine Schicksalswahl. Schon die achtzehnte. Die deutsche Permanentschicksalswahl ist volljährig geworden und durfte sich selbst in der Urne versenken. Und jetzt? Alles formiert sich neu, nach der Wahl ist vor der Wahl. Wichtiges wird aufgeschoben, denn schon stehen die nächsten Landtagswahlen vor der Tür, die entscheidend sein könnten als Richtungswahl für die nächste bundesweite Schicksalswahl. Die Daily Soap der Kreuzchenmacher - und am nächsten Tag ist die Stimme weg. War das alles? Neue Nasen, alte Phrasen, alter Wein in alten Schläuchen - wenn es denn Wein ist. Und nun? Verzweifeln? Resignieren? Aufgeben? Quatsch! "Nö", sagt da der Priol. Lustvoll zerfleddert er die tagesaktuelle Politik, bringt weggenuschelte Politphrasen logopädisch auf den Punkt des ausgerülpsten Urheberrechts zurück und fragt sich: ”Müssen wir das ernst nehmen?” Blödsinn. Die schönsten Geschichten schreibt der gut gefüllte Mustopf des alltäglichen Wahnsinns selbst. In echt, in virtuell, und im prallen Leben.


Fr, 15. November 2013, 20.15 Uhr
Philipp Weber - "Futter"


Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass Teile Ihres Meeresfrüchtesalats aus Schweineknorpel bestehen, der in Salzsäure gekocht wurde? Nein? Werfen Sie doch mal einen Blick auf Ihre Tütensuppe: explosionsgetrockneter Sellerie, reaktionsaromatisiertes Rindfleisch, Monosodiumglutamat... Das wird uns heute verkauft als "Elsässer Zwiebeltopf". Dabei klingt es eher nach: "Gulasch à la Astronaut"! Und wir wollen uns doch gut ernähren. Aber was heißt gut? "Bio", natürlich! Und "Bio" gibt’s ja heute schon bei Lidl: Die Hühner sind glücklich, aber hinter der Kasse sitzt ’ne arme Sau! Der Deutsche ist so scharf auf Bio, dassdas Zeug mittlerweile aus China herangekarrt werden muss. So eine Öko-Gurke hat also gerne mal 5000 Flugkilometer auf dem Buckel. Dann ist es klimatechnisch auch egal, wenn man zum Naturkostladen um die Ecke in seinem Porsche Cayenne düst! Schließlich schluckt der ja Biodiesel! Biodiesel aus gentechnisch verändertem Soja, angebaut von Ex-Dschungel-Indianern in Brasilien... Na, dann: Prost Mahlzeit!

Philipp Weber ist nicht nur ein hochtalentierter Kabarettist, er ist auch studierter Chemiker. Und mit dieser Doppelbegabung hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucherschutz zur humoristischen Kunstform zu erheben. Denn lange vor Renate Künast hat Philipp Weber die politische Dimension von Essen erkannt. Sein Programm "Futter" ist, wie er selber meint, eine satirische Magenspiegelung der Gesellschaft. In einer globalisierten Welt sind Entscheidungen vor dem Supermarktregal folgenschwerer als in der Wahlkabine. Zumindest für den Thunfisch. Oder frei nach Bertolt Biolek: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral!" Nach diesem Abend werden Sie sich besser, gesünder und vor allem viel entspannter ernähren. Wenn Sie überhaupt noch Appetit haben und sich nicht einfach nur vor Lachen den Bauch halten. Dieser Mann wird Ihr Leben verändern. Philipp Weber – "Ich liebe es!"


Sa, 16. November 2013, 20.15 Uhr
Matthias Deutschmann - "Eurokalypse Now" – Solo 2013


Der Name ist Programm und steht seit vielen Jahren für politische Unterhaltungskunst der besonderen Art: Deutschmann kombiniert Aktualität und Tiefe mit Musikalität, Witz und dem Mut zur Improvisation. Das neue Programm von Deutschmann ist bissiger, kommt aber leichter daher. Es ist – wie man so schön sagt – auf der Höhe der Zeit und die hat zurzeit einiges an schnellen Themen aufzubieten: Hält der Euro bis zur Eröffnung des Berliner Flughafens? Hat die Bundeswehr im Innern mehr Erfolg als in Afghanistan? Ist der freundliche Kundenberater bei meiner Bank auch ein Drecksack? Will die SPD wirklich Banken zerschlagen ohne Mutti zu fragen? Wann bekommt Pussy Riot den Friedensnobelpreis? Kann Steinbrück wirklich Schach spielen? Noch Fragen? Dann zu Deutschmann!

"Der Freiburger macht auch nach drei Jahrzehnten ein Edelkabarett, hinter dem nicht nur ein kluger, sondern brillanter Kopf steckt." (Abendzeitung München)

"Deutschmann – das ist satirische Wertarbeit, jedes Programm ein Höhepunkt politischen Kabaretts ... Ein Abend mit Deutschmann ist auch ein Abend der Selbstreflexion des Kabaretts." (Süddeutsche Zeitung)

"Wie immer hochintelligentes PolitTheater: bitterböse und auch gerne mal hart am Rande der Erträglichkeit, vorgetragen stets mit süffisant sonorer Stimme und messerscharf gesetzten Pausen. Einer der auf seine Art schon einzigartig ist." (Nürnberger Nachrichten)


Do, 21. November 2013, 20.15 Uhr
Urban Priol - "TILT!" Der Jahresrückblick - AUSVERKAUFT!


Was? Schon wieder ein Jahr vorbei? Dabei, das war doch erst – ach, das war schon im Januar?! Unglaublich... Was für ein Jahr! Und was für einer, der es durch den Pointenhäcksler dreht! Priol, der fränkische Kabarett-Anarcho dreht und wendet die Ereignisse von 2013 - aus scheinbar Unzusammenhängendem knüpft Priol aberwitzige Fäden, die sich am Ende zu einer unglaublichen Logik verstricken. In seinem Jahresrückblick präsentiert Urban Priol brandaktuelles, pointiertes Polit-Entertainment der Spitzenliga und macht dabei vor keinem gesellschaftspolitischen Thema halt. Da bleibt nichts ausgespart, was Medien und Menschen im letzten Jahr bewegte. Mit seiner rasanten Highspeed-Vernetzung der Themen fordert er höchste Aufmerksamkeit von seinem Publikum, um es im gleichen Atemzug perfekt zu unterhalten. Urban Priol ist der
Meister des realitätsnahen Sarkasmus, der mit scharfer Zunge und einem unnachahmlichen Wortschwall über alles herfällt, was ihm "vors Maul" kommt. Nicht ohne Grund wird er auch Urban "The Mouth" Priol genannt. Mitten in die "Stille Zeit" brechen Priols kabarettistische Flashbacks ein wie der Verwandtenbesuch am Zweiten Weihnachtsfeiertag. Im Spott ist Priol, der große Lust-Lästerer, ein Genießer. 2013 – wenn nichts mehr geht, kommt Priol. Das hundsgemein-charmante Kabarett-Kraftwerk dreht und wendet das Zeitgeschehen, bis es die Zuschauer als das sehen, was es ist: Absurdes Theater von großer globaler Bedeutung, treffend, bloßlegend und
hochintelligent. Manchmal auch ein klein wenig versöhnlich, wie es sich zum Abschluss eines Jahres ja auch gehört...


Fr, 22. November 2013, 20.15 Uhr
Ken Bardowicks - "Mann mit Eiern"


"Es gibt auf dieser Welt wenige Dinge, die so spannend sind wie der Geburtsvorgang eines Kindes. Wie aus dem ‘Nichts’ ein Baby heranwächst und dann geboren wird. Trotzdem möchte ich nicht jeden morgen beim Frühstück Geschichten darüber hören. Obwohl ich keine Kinder habe, weiß ich mehr übers Kinderkriegen als die meisten Schwangeren. Ja, meine Freundin ist Hebamme. Ein Traumberuf, sagen Frauen. Ein Beruf, den ich im Traum nicht machen würde, sage ich. Ich bin Zauberkünstler. Ich beherrsche Kartentricks, kann ebenfalls Dinge erscheinen lassen (ohne lautes Geschrei oder Rückenmarksnarkose) und manchmal auch Gedanken lesen. Trotz aller magischer Fähigkeiten kann ich aber nicht verhindern, dass meine Freundin beim Essen über Dammrisse plaudert, beim Sex ans Telefon geht, oder mitten im Sommer ‘Ihr Kinderlein kommet’ singt. Was bringt es zu Hause der ‘Mann mit Eiern’ zu sein, wenn sie die ‘Frau mit den Eierstöcken’ ist?"

"Mann mit Eiern" handelt von seinem nervenaufreibenden Alltag mit einer Freundin, die von Beruf Hebamme ist. Als Bühnenkünstler ist Ken Bardowicks es gewöhnt, von den Zuschauern beklatscht, bewundert und beneidet zu werden. Aber spätestens, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, ist das alles Schall und Rauch. Denn dort trifft er jemanden, der mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigt ist. Was also tut ein Kabarettist, dessen Freundin Hebamme ist? Tief durchatmen, gute Miene machen und ein Bühnenprogramm darüber schreiben! Ob Sie Zauberei tatsächlich lieben oder hassen, ist bei den Programmen von Ken Bardowicks völlig unerheblich. Wichtig ist, dass Sie gerne viel lachen. Denn bei Ken Bardowicks mischt sich Reales mit Erfundenem, Virtuosität mit Witz, Komik mit Zauberei zu einer Mixtur von unvergleichlicher Leichtigkeit. Verblüffende Effekte bringen das Gehirn zum Rotieren, während gleichzeitig das Herz durch gründliche Zwerchfellmassage revitalisiert wird. Wie das funktioniert, werden Sie richtig verstehen, wenn Sie seine Kunst am eigenen Leib erfahren...


Sa, 23. November 2013, 20.15 Uhr
Sarah Hakenberg - "Der Fleischhauerball"


"Schließ jetzt die Augen, ganz ruhig, mein Liebchen. Ich singe dir nur noch ein kleines Liedchen - davon, dass ich dich mit der singenden Säge...hmmm.... zu zersägen erwäge." Kann ein so sympathischer Mensch tatsächlich so gemein sein? Ja! Denn Sarah Hakenbergs Markenzeichen ist die Diskrepanz zwischen scheinbarer Naivität und purer Boshaftigkeit, zwischen charmantem Lächeln und teuflisch leuchtenden Augen, zwischen vordergründiger Harmlosigkeit und hintergründigem, staubtrockenem Humor. In ihrem neuen Soloprogramm singt sie unromantische Liebeslieder, klaut Babys, sperrt Priester in Särge ein und zersägt Männer – um nur einige Beispiele zu nennen. Die Liedermacherin und Geschichtenerzählerin gräbt in den finsteren Kellern der menschlichen Psyche, findet dort ihre eigenen Leichen und ertappt uns selbst dabei auf frischer Tat. Ein Abend voller treffender Pointen, kluger Einsichten und jeder Menge böser Überraschungen!

"[...] Gut so, denn Sarah Hakenberg ist am besten, wenn sie ihre anbetungswürdigen Solos selbst textet und komponiert. Zunächst täuscht sie für kurze Zeit geschickt vor, ein nettes Mädel zu sein. Doch unter dem charmanten Lächeln dräut all das Böse, das der ganz normale Alltag bereit hält. Darüber singt sie, am Klavier begleitet von sich selbst, kleine gemeine und mitreißende Chansons. [...] Dabei erweist sich Sarah Hakenberg als eine Königin des satirischen Endreims." (Abendzeitung)

"Mal liebenswert, dann wieder unerbittlich, mal mit fröhlichem Charme, dann wieder mit messerscharfem diabolisch-sarkastischem Witz. Perfekt am Piano, ausdrucksstark in Wort und Gesang, effektvoll in Gestik und Mimik. [...] Kaum ist der Freundlichkeit Genüge getan, sprudelt auch schon Chuzpe heraus, sprich: Ein Mix aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit. In gewisserweise ließen Reinhard May, Ludwig Hirsch, Marcel Reich-Ranicki und auch Georg Kreisler grüßen." (Badische Zeitung)


Di, 26. November 2013, 20.15 Uhr
Rick Kavanian - "Egostrip"

Verdammt! Rick Kavanian ist angeklagt und steht vor Gericht. Warum? Keine Ahnung! Ist halt so! Handelt es sich um eine Verschwörung – und wer steckt dahinter? Die Antwort bleibt der Richter Benjamin G. Franklin Rick Kavanian zunächst schuldig. Ist es der indische Schönheitschirurg, der alle Frauen der Welt zu Lady Gaga umoperieren will, ein Hamburger Bio-Lude mit Hang zur Esoterik, der spanische Gerichtspsychologe, der eigentlich Tiertrainer ist, oder doch der mediengeile erste Sachse auf dem Mond? Angeblich geht es nur um eine Lappalie, aber: wer ist diese Lappalie? Eine französische Austauschstudentin aus Paris oder sind Lappalien Aliens aus dem Lappland? Etliche Fragen muss sich Rick Kavanian vom Hohen Gericht gefallen lassen: Was verdient man eigentlich so beim Fernsehen? Stimmt es, dass Sie nicht mehr kurzsichtig sind? Warum haben Sie 20 Pfennig in der Hosentasche? Und: Warum sprechen Sie eigentlich meinen Text? Es wird eng für Rick, denn plötzlich legt der Hauptbelastungszeuge, ein Organhändler aus Bukarest, ein Tondokument vor, in dem man Rick im vertraulichen Gespräch mit seiner Mutter hört. Schockierende Fakten schwirren durch den Saal - das hätten wir alle nie von diesem netten jungen Mann erwartet. Rick erstarrt vor Schreck. Wo kommt dieses Band her? Mit Hilfe von Motivationstrainer Jürgen Klinsmann gesteht er ein schlimmes Vergehen: eine Geschwindigkeitsübertretung in der Waschstraße – zu Fuß... aber reicht das für Alcatraz?

EGOSTRIP ist ein Ein-Mann-Kinofilm auf der Bühne – mit Rick Kavanian in sämtlichen Haupt- und Nebenrollen. Allein durch fulminante Gestik und Mimik und eine riesige Bandbreite an Stimmen und Dialekten wechselt Rick Kavanian in Personalunion zwischen Angeklagtem, Richter, Verteidigern, Staatsanwälten, Zeugen und bringt solo und allein gleich die komplette Besetzung der Gerichtsverhandlung auf die Bühne. Ob best buddies Dimitri Stoupakis jr. und Giagl, Jens Maul oder eines seiner vielen neuen Alter Egos... jetzt müssen sie alle die Hosen runter lassen. Und kein Ego bleibt verschont.


Fr, 29. November 2013, 20.15 Uhr
Ulan & Bator - "Wirrklichkeit II"


Zwei Herren finden zu ihrer Überraschung zwei Wollmützen, die sie sich neugierig auf den Kopf setzen. Was nun beginnt ist überraschend, inspirierend und virtuos. Mancher meint auch, es sei wahnsinnig. Denn unter den Mützen beginnen die beiden Anzugträger nun von Fantasie durchströmt Ulan & Bator zu sein. Ohne Einspieler, Effekte und Requisiten springen sie von einer Rolle in die nächste, sind im einen Moment ein Fanatiker, der den Fanatismus anprangert und im nächsten Odysseus, der seinem alten Schulfreund Jürgen in dessen Kiosk begegnet. Was davon ist abgesprochen, was ist improvisiert? Das bleibt offen, bei Ulan & Bator wird kein festes Programm abgespult, die Übergänge zwischen Geprobtem und Improvisiertem sind fließend, die Abläufe nicht festgelegt, kein Abend ist wie der andere. Genauso offen bleibt die Frage, wer von den beiden Ulan und wer Bator ist. Es spielt keine Rolle, die Namen tauchen kein einziges Mal auf. Sie spielen, moderieren, tanzen, singen, sinnieren und trommeln sich durch alle Genres, Ebenen und Stile: Filmzitat folgt auf Miniatur-Choral, philosophischer Exkurs folgt auf Tanz folgt auf Moderne Musik folgt auf gespielten Witz folgt auf dadaistische Lautmalerei folgt auf Pantomime... und mittendrin fordert Schillers Marquis Posa Gedankenfreiheit. Kein Wunder. Alles passiert - nichts wird erklärt. Etwas ratlos sitzt man vielleicht zunächst da, denn so etwas hat man noch nicht gesehen. Irritation ist das Mindeste. Doch irgendwann legt sich der Schalter um und man durchschreitet die Tür zur Welt von Ulan & Bator. Die anfängliche Irritation ist Leichtigkeit geworden, hat sich in Neugier verwandelt auf das was kommt, und mit wachsender Begeisterung über die unerschöpflichen Ideen entstehen Zusammenhänge im Kopf des Betrachters, dem die beiden mehr zutrauen als die meisten anderen Acts im Deutschen Kleinkunst-Kabarett- und Comedyraum. Er taucht ein in das verwirrende, saukomische und bewusstseinserweiternde Ding namens "Wirrklichkeit", das sich ständig verändernde Programm, für das die beiden Künstler Frank Smilgies und Sebastian Rüger alias Ulan & Bator u.a. schon den Deutschen Kabarett- und den Deutschen Kleinkunstpreis erhalten haben, zu dessen Verleihung Volker Pispers sagte: "Kabarettisten lesen die Zeitung - Ulan & Bator machen Kunst."


Sa, 30. November 2013, 20 Uhr Congress Centrum Würzburg
Volker Pispers - "Bis neulich"


Unter dem Titel "Bis Neulich” spielt Volker Pispers ein munter vor sich hinwucherndes und mutierendes Kabarettprogramm, das im Herbst 2002 als BEST OF aus 20 Jahren das Bühnenlicht erblickt hat und mittlerweile eine ständig aktualisierte, wilde Mischung aus ganz alten und ganz neuen Texten ist. Als "Kabarettprogramm in progress” ist kein Abend genau wie der andere, und wenn Sie "Bis Neulich” ein paar Monate später wieder besuchen, werden Sie schon wieder Einiges vermissen, was Sie heute gehört haben und Einiges hören, was Sie heute zwangsläufig vermissen mussten. So spiegelt das Programm den Zustand der Republik: Das Immerneue im Ewiggleichen. Denn während uns der Medienzirkus mit seinen Sprechblasenjongleuren vorgaukelt, dass ständig etwas passiert, tut sich bei den grundlegenden Problemen so gut wie gar nichts. Seinen grundlegenden Stil hat Volker Pispers dabei über die Jahre nicht verändert. Er ist der freundliche und scheinbar harmlos daherredende Conférencier geblieben, der - eben noch lächelnd - plötzlich hundsgemein werden kann. Respekt sucht man in Pispers Programmen vergeblich. Unverblümt, krass und direkt pendelt er zwischen bitterböse und charmant-witzig, wenn er die Absurditäten der Welt zu Ende denkt. Seine Verarbeitung von Zitaten, seine gewagten Rechenoperationen und seine Zukunftsszenarien versöhnen das Publikum durch ein befreiendes Lachen mit seiner eigenen gefühlten Wirklichkeit.

Vita Volker Pispers
1958 in Mönchengladbach-Rheydt geboren. Ab 1976 Student der Anglistik, Kath. Theologie und Pädagogik. 1979/80 lebt und arbeitet er ein Jahr in England als "assistant teacher". Dort vertieft er seine Vorliebe für den schwarzen Humor und entdeckt seine Liebe für die Bühne. 1982 erster Soloauftritt als Kabarettist beim Kleinkunstfestival der MZ Halle Münsterland. 1983 erstes Soloprogramm: KABARETTE SICH, WER KANN. 1985 Engagement als Schauspieler am Wolfgang-Borchert-Theater Münster und zweites Soloprogramm: HAMBURGER-SPEESEBURGER–BUNDESBURGER. 1986 konzentriert er sich ganz aufs Kabarett und wird Freier Kabarettist!, drittes Soloprogramm: ORIGINAL & FÄLSCHUNG. 1988 viertes Soloprogramm: MEINE SORGEN MÖCHTE ICH HABEN. 1990 Autor, Ensemblemitglied und Künstlerischer Leiter des Düsseldorfer Komödchens. Ensembleprogramm: WIR SIND SO FREI. 1992 fünftes Soloprogramm: IN BESTER GESELLSCHAFT. 1993 Jubiläumsprogramm: EIN WORT ERGAB DAS ANDERE (Best of). 1994 sechstes Soloprogramm: FRISCH GESTRICHEN. 1999 siebtes Soloprogramm: DAMIT MÜSSEN SIE RECHNEN. 2002 Jubiläumsprogramm: "BIS NEULICH"

Auszeichnungen: u.a. Deutscher Kleinkunstpreis (1996), Deutscher Kabarettpreis (2005), Bayerischer Kabarettpreis (2006)

Bockshorn Theater Würzburg

Am 30. Oktober 1984 eröffnete Mathias Repiscus in Sommerhausen das Bockshorn Theater. Anfang Oktober 2001 zog das Bockshorn mit seinem Team Monika Wagner-Repiscus und Mathias Repiscus als erste professionelle Kabarettbühne in die unterfränkische Metropole, in den neu errichteten Kulturspeicher ein.

"Ohne Mathias Repiscus wäre die deutsche Kabarettszene ein großes Stück kleiner! Ich habe sehr viel von meinem Schweizer gelernt." (Michael Mittermeier)

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Konzert am 25. September 2013 um 20.15 Uhr mit Volkan Baydar im Rahmen des Musikprojekts von Jan Reinelt im Bockshorn Theater Würzburg

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