18.12.2013

von B° MS

(Quelle: Mainfranken Theater Würzburg)

MFT aktuell

Szenische Lesung am 20. Dezember und Komparsin für Schauspielproduktion Buddenbrooks gesucht

Mainfranken Theater

FREITAG NACHT "GUSTL – NEUES AUS DER BAYRISCHEN JUSTIZ"
20. Dezember 2013
| 22.00 Uhr | Mainfranken Theater, Treffpunkt Bühneneingang

Mit einer szenischen Lesung geht die Veranstaltungsreihe Freitag Nacht an diesem Freitag, den 20. Dezember 2013, in die nächste Runde. Die Schauspieler Marianne Kittel und Georg Zeies stellen dieses Mal eine der absurdesten und ungeheuerlichsten Fehlentscheidungen der bayrischen Justiz vor und berichten über eine wahre Begebenheit.

Unter dem Titel "Gustl – Neues aus der bayrischen Justiz" beleuchtet das rund 60-minütige Programm den Fall des Nürnbergers Gustl Ferdinand Mollath. Im Jahr 2003 hatte Mollath Strafanzeige gegen seine Frau und weitere Mitarbeiter der Hypo Vereinsbank wegen Schwarzgeldverschiebung und Geldwäsche gestellt. Infolge eines umstrittenen Gerichtsbeschlusses wurde er daraufhin für insgesamt sieben Jahre in den geschlossenen Abteilungen der Bezirkskrankenhäuser Bayreuth und Straubingen untergebracht. Erst 2011 wurden seine Vorwürfe durch die Veröffentlichung eines internen Revisionsberichtes der Hypo Vereinsbank bestätigt. Und doch dauerte es noch weitere zwei Jahre bis Mollath wieder auf freien Fuß kam.

Wenn am Ende des Abends sämtliche bizzare Fakten und die unglaublichen Kuriositäten des Prozesses skizziert sowie die abwegigen und unfassbaren Vorgänge offengelegt worden sind, sieht sich das Publikum abschließend mit folgenden Fragen konfrontiert: Genügt tatsächlich die bloße Unterstellung eines "paranoiden Gedankensystems", um einen unliebsamen Menschen in eine geschlossene Einrichtung verschwinden zu lassen? Bedarf es einer Reihe psychiatrischer Gutachter oder reicht ein einziges gefälschtes medizinisches Attest aus? Und wer bescheinigt uns, dass der Fall Mollath ein Einzelfall ist und unsere daran anknüpfenden Befürchtungen, uns nicht vor der Willkür der Justiz schützen zu können, grundlos sind?

Die Reihe Freitag Nacht setzt sich kreativ bis trashig, satirisch bis rotzig, lässig bis streitbar mit dem Spielzeitmotto VON GELD UND GÖTZEN auseinander. Ob Lesung, Performance, Konzert, Comedy oder Tanz – Freitag Nacht ist eine Spielwiese mit viel Auslauf und ohne Begrenzung. Für jede Vorstellung von Freitag Nacht wird ein bislang unbekannter Ort am Theater als Spielstätte entdeckt, der im Vorfeld nicht verraten wird. So erhält das Publikum die Möglichkeit auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

Karten sind im Vorverkauf für 7,00 Euro an der Theaterkasse erhältlich. Reservierungswünsche werden telefonisch unter 0931/3908-124 oder per E-Mail an kasse@theaterwuerzburg.de entgegen genommen.


BIOGRAFIEN

Die gebürtige Berlinerin Marianne Kittel studierte 1999 bis 2003 in ihrer Heimatstadt an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Im Rahmen des internationalen Schauspielschultreffens in Warschau gewann sie mit dem Ensemble von Der Streit (Regie Sandrine Hutinet) den Spezialpreis der Jury. Ab der Spielzeit 2005/2006 war sie festes Ensemblemitglied des Theaters Heidelberg. Hier war sie unter anderem als Lady Milford in Friedrich Schillers Kabale und Liebe, als Iphigenie in Johann Wolfgang Goethes Iphigenie auf Tauris und als Penelope in Odysseus (Regie Lee Beagley) zu sehen. Von 2011 bis 2013 war Marianne Kittel Ensemblemitglied des Theaters Krefeld und Mönchengladbach. In dieser Zeit stand sie unter anderem als Goneril in Shakespeares König Lear (Regie Matthias Gehrt), in Tschechows Der Kirschgarten (Regie Matthias Gehrt) und in Bernard-Marie Koltès Roberto Zucco auf der Bühne. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist sie festes Ensemblemitglied am Mainfranken Theater, wo sie aktuell in der Rolle der Élise in der Molières Der Geizige sowie als Trauervogel in Astrid Lindgrens Mio, mein Mio zu sehen. Neben dem Theater wirkte Marianne Kittel zudem in diversen Hörspiel-, Film- und Fernsehproduktionen mit.

Geboren in Krefeld-Forstwald, bekam Georg Zeies nach Auftritten an der Studentenbühne der Universität Stuttgart ein Engagement am Theater Rampe in Stuttgart, wo er zehn Jahre in zahlreichen Aufführungen mitwirkte. Seit 1996 war er freiberuflich an den Theatern in Konstanz, St. Gallen, Linz und Kassel beschäftigt. Am Stadttheater Konstanz spielte er Pater Lorenzo in William Shakespeares Romeo und Julia (2004, Regie Bernhard Stengele) und in Maxim Gorkis Sommergäste (Regie Dagmar Schlingmann). Seit der Spielzeit 2005/2006 war Georg Zeies in zahlreichen Produktionen am Mainfranken Theater zu sehen, unter anderem in Ödipus, Tyrann von Sophokles (Regie Stephan Suschke), als Graf Leicester in Friedrich Schillers Maria Stuart (2007, Regie Stephan Suschke), als Räuberhauptmann Borka in Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter (Regie Boris Wagner), als Miller in Schillers Kabale und Liebe (Regie Boris Wagner), in Tennessee Williams Die Katze auf dem heißen Blechdach (2008, Regie Christoph Diem), in Schillers Die Räuber (2008, Regie Bernhard Stengele), in der Uraufführung des Musicals Goscior – der Zwischenweltler (2010, Regie Bernhard Stengele) und als Moritz Schreber in der Uraufführung In Schrebers Garten von Klaas Huizing (2011, Regie Bernhard Stengele). Festes Ensemblemitglied am Mainfranken Theater ist er seit der Spielzeit 2010/2011. In der vergangenen Spielzeit stand er unter anderem in der Uraufführung Kein schöner Land! Ein Heimatabend (Regie Deborah Epstein) und in Heinrich von Kleists Die Hermannsschlacht (Regie Stephan Suschke) auf der Bühne. Aktuell ist er in Molières Der Geizige sowie in der Rolle des Anton in Lukas Bärfuss’ Der Bus zu erleben.

KOMPARSIN FÜR DIE SCHAUSPIELPRODUKTION BUDDENBROOKS GESUCHT

Für die Schauspielproduktion des großen Klassikers Buddenbrooks von Thomas Mann sucht das Mainfranken Theater ab sofort eine lebenserfahrene Statistin im Alter von 65 Jahren und älter. Es ist eine kleine Rolle, ohne Sprechpart, zu besetzen. Nachdem die ersten Proben bereits begonnen haben, ist es wichtig, dass die Interessenten möglichst kurzfristig verfügbar sind, um direkt in die Probenarbeit einsteigen zu können.

Buddenbrooks schildert den unaufhaltsamen Verfall einer großbürgerlichen Lübecker Kaufmannsfamilie. Traditionsbewusstsein, Disziplin und Sparsamkeit bestimmen das Familienethos, das für die Nachkommen zum schweren Erbe wird. John von Düffel stellt in seiner hoch gelobten Theaterfassung anhand der Lebenslinien der drei Geschwister in der dritten Generation die persönlichen Konflikte heraus, die sich aus dem Widerspruch von familiärer Pflichterfüllung und dem Wunsch nach Individualität ergeben. Durch den schnellen Fluss von kurzen, prägnanten Spielszenen bereitet John von Düffel diesen umfangreichen epischen Stoff geradezu filmisch für die Bühne auf. Die Regie liegt in den Händen von Malte Kreutzfeldt, für das Bühnenbild zeichnet Birgit Angele verantwortlich.

Das Schauspiel feiert am 18. Januar 2014 im Großen Haus Premiere und wird in dieser Spielzeit insgesamt 16 Mal aufgeführt.

Interessierte Damen melden sich bitte bei der Dramaturgin Wiebke Melle, entweder schriftlich an Mainfranken Theater Würzburg, Theaterstraße 21, 97070 Würzburg oder per E-Mail an wiebke.melle(at)stadt.wuerzburg.de. Es wird darum gebeten, ein Foto und Angaben zu Alter und Größe beizufügen.

Zum Mainfanken Theater Würzburg geht es hier.

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