11.10.2013

von B° MS

(Quelle: Mainfranken Theater Würzburg)

DER GEIZIGE

Fassung von Molières Komödie von Stephan Suschke nach der Übersetzung von Wolf Heinrich Graf von Baudissin am Mainfranken Theater Würzburg

Mainfranken Theater

Die Spielzeit 2013/2014 steht unter dem Motto VON GELD UND GÖTZEN. Auch in Molières Komödie Der Geizige steht das Spiel um Mammon und Eros im Mittelpunkt: Der ebenso reiche wie geizige Harpagon hat panische Angst, man könnte ihn ausrauben, bestehlen, betrügen oder sonst wie um sein Geld bringen. Zusätzliche Missstimmung erregt er bei seinen Kindern Cléante und Elise durch seine Heiratspolitik, die – wie alles in seinem Leben – allein finanziellen Erwägungen unterworfen ist. Bei soviel angestautem Unmut lässt eine Revolte der Jungen gegen die Alten nicht lange auf sich warten …

Obwohl Der Geizige neben Tartuffe zu Molières meistgespielten Stücken gehört, fand das Werk zu Molières Zeiten nur wenig Anklang. Dabei ist die Komödie reich an grotesken Missverständnissen und brilliert mit überraschender Situationskomik, die den Geiz der Titelfigur karikiert. Daraus schöpft sie ihren Witz, ihre humorvolle Kraft.

Vor jeder Vorstellung von Der Geizige präsentiert das Mainfranken Theater Würzburg den theatralen Prolog Die Religion des Kapitals von Paul Lafargue. In seiner 1890 erschienenen Schrift erklärt der französische Sozialist den Kapitalismus als ein religiöses System. Lafargue parodiert nicht zuletzt durch die liturgische Form seines Pamphlets die völlige Unterwerfung vor der Macht des Kapitals. Durch christliche Praktiken wie Anbetung und Bekenntnis wird das Geld über seinen Fetischgehalt hinaus transzendental aufgeladen. Einzig das Ritual und der blinde Glaube an seine Göttlichkeit verheißen dem Kapitalisten Erlösung.

Fakten
Premiere: 12. Oktober 2013, 19.30 Uhr, Mainfranken Theater Würzburg, Großes Haus

Theatraler Prolog von Paul Lafargue mit dem Bürgerchor Würzburg jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer-Café

TEAM:
Inszenierung: Stephan Suschke
Bühne: Momme Röhrbein
Kostüme: Angelika Rieck
Dramaturgie: Roland Marzinowski

MIT:
Kai Christian Moritz - Harpagon, Cléantes und Elises Vater, verliebt in Mariane
Robin Bohn - Cléante, Harpagons Sohn, Geliebter der Mariane
Marianne Kittel - Elise, Harpagons Tochter, Geliebte Valères
Sven Mattke - Valère, Anselmes Sohn, Geliebter der Elise
Theresa Palfi - Mariane, Cléantes Geliebte, von Harpagon geliebt
Timo Ben Schöfer - Anselme, Valères und Marianes Vater
Petra Hartung - Frosine, Heiratsvermittlerin
Georg Zeies - Meister Simon, Geldvermittler / Meister Jacques, Koch und Kutscher Harpagons
Boris Wagner a.G. - La Flèche, Diener Cléantes / Ein Kommissar


BIOGRAFIEN:

Stephan Suschke war nach seinem Studium Dramaturg und Regisseur am Theater Greifswald. Anschließend war er bis zu Heiner Müllers Tod 1995 dessen engster Regiemitarbeiter. Stephan Suschke arbeitete mit ihm unter anderem am Deutschen Theater in Berlin, am Berliner Ensemble sowie bei den Bayreuther Festspielen. Ab 1994 inszenierte er auch selbst am Berliner Ensemble, an dem er von 1995 bis 1999 – dabei von 1997 bis 1999 als Künstlerischer Leiter – zur Theaterleitung gehörte. Seit 1999 arbeitete Suschke als freier Regisseur unter anderem am Théâtre National in Brüssel, in Cordobá (Argentinien), Neu Delhi (Indien) und Melbourne (Australien). 2003 veröffentlichte er unter dem Titel Müller Macht Theater eine umfangreiche Dokumentation über Heiner Müllers Theaterarbeit. Am Mainfranken Theater Würzburg stellte sich Stephan Suschke in der Saison 2005/2006 mit den auch überregional sehr erfolgreichen Produktionen von Ödipus, Tyrann von Sophokles und der Oper Das Herz von Hans Pfitzner dem hiesigen Publikum vor. Ferner inszenierte er hier u. a . Friedrich Schillers Maria Stuart, Bertolt Brechts und Kurt Weills Die Dreigroschenoper und die Uraufführung der Oper Die andere Seite von Michael Obst. In der letzten Spielzeit waren Giuseppe Verdis Macbeth und William Shakespeares König Lear von ihm zu sehen. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist Stephan Suschke Schauspieldirektor am Mainfranken Theater Würzburg.

Geboren in West-Berlin, verbrachte der Bühnenbildner Momme Röhrbein Teile seiner Kindheit in New York und Havanna. Als Bühnenbildassistent lernte er unter Karl-Ernst Hermann an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, an der Wiener Staatsoper und am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Seit 1989 ist er freischaffender Bühnen- und Kostümbildner und arbeitete u. a. am Akademietheater Wien, am Wiener Theater in der Josefstadt, am Berliner Ensemble und am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspielhaus Hamburg, am dortigen Thalia Theater, am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken, am Staatsschauspiel Dresden, am Theater Basel, am Theater Ulm, am Residenztheater München und an der Oper Köln. Neben Stephan Suschke gehören etwa Katharina Thalbach, Matthias Hartmann, Paolo Magelli, Markus Völlenklee oder Leander Haußmann zu seinen Regiepartnern. Am Mainfranken Theater Würzburg entwarf er u.a. die Ausstattung für Stephan Suschkes Produktionen Ödipus, Tyrann von Sophokles, Das Herz, Die Dreigroschenoper, Die Hermannsschlacht, Macbeth und König Lear.

Angelika Rieck ist gebürtige Bonnerin. Nach dem Abitur studierte sie Kunst und Design an der Fachhochschule Köln. Danach begann sie als Assistentin von Axel Manthey am Schauspiel Köln und der Oper Frankfurt zu arbeiten. Seit 1990 arbeitet Angelika Rieck an diversen Theater- und Opernhäusern im gesamten europäischen Raum. Zu ihren Stationen gehörten bisher etwa das Schauspielhaus Hamburg, das Residenztheater München, das Burgtheater Wien, die Oper in Lissabon, das Theater Basel, das Theater Erfurt, das Theater Lübeck sowie die Kölner Oper. In dieser Zeit hatte Angelika Rieck die Gelegenheit, mit namhaften Regisseuren wie Matthias Hartmann, Katharina Thalbach, Didier von Orlowsky und Anthony Pilavachi zusammenzuarbeiten. In Berlin hat sie darüber hinaus am Berliner Ensemble an Claus Peymanns Inszenierungen von Die Mutter sowie den Peter Handke-Uraufführungen Untertagblues und Spuren der Verirrten mitgewirkt. Im Jahr 2011 entwarf sie die Kostüme für Katharina Thalbachs Inszenierung von Wolfgang Amadé Mozarts Die Zauberflöte bei den Seefestspiele am Berliner Wannsee. Neben ihren vielfältigen Engagements an den Theater- und Opernhäusern Europas ist Angelika Rieck außerdem Lehrbeauftragte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.

Weitere Vorstellungen:
15.00 Uhr: 27.10./17.11.
19.30 Uhr: 16.10./19.10./22.10./25.10./02.11./06.11./21.11./23.11./04.12./13.12./15.12./25.12./04.01.

Zum Mainfanken Theater Würzburg geht es hier.

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