22.12.2016

von B° RB

Sehnsucht.Landschaft

Ausstellung "Sehnsucht.Landschaft – Würzburg und die romantische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts" ab 16. Dezember, 2016 um 11 Uhr im Museum im Kulturspeicher Würzburg

Andreas Geist, Blick auf Würzburg vom Letzten Hieb, 1852, Öl auf Leinwand, 100 × 130 cm, Sparkasse Mainfranken Würzburg

Die große Winterausstellung des Museum im Kulturspeicher Würzburg lädt Sie ein zu einer sommerlichen Wanderung von Würzburg über die Alpen nach Italien und Spanien. Zu sehen sein werden 80 Exponate in verschiedenen Techniken: Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik. Vieles davon war nur selten oder noch nie zu sehen. Der Großteil der Arbeiten kommt aus dem eigenen Bestand des Museums, bereichert durch einige ausgewählte Leihgaben. Dazu zählen u.a. Gemälde von Carl Rottmann und Johann Wilhelm Schirmer. 

Fakten
17. Dezember 2016 bis 2. April 2017, Kulturspeicher Würzburg

Im Fokus der Ausstellung stehen vier in Würzburg geborene Künstler, die auswärts, v.a. in München, Karriere machten. Heute noch am bekanntesten ist Fritz Bamberger (1814-1873), der besonders mit seinen Motiven von spanischen Landschaften berühmt wurde und zahlreiche prominente Käufer dafür finden konnte. Der früh verstorbene August Christian Geist (1835-1868) schuf neben zahlreichen Bilddokumenten von seiner mainfränkischen Heimat auch Werke von „traditionellen Sehnsuchtsorten“ in Italien. Gleiches gilt für Franz Leinecker (1825-1917), dessen Aquarellstudien sich wie ein Reistagebuch betrachten lassen. Ferdinand Knab (1834-1902) schließlich, der u.a. für König Ludwig II. von Bayern arbeitete, benutzte seine auf Reisen gewonnenen Eindrücke, insbesondere Architekturen, um sie in seinen Bildern zu Stimmungs-landschaften zu arrangieren. 

Schon im 19. Jahrhundert war man auf der Suche nach Entschleunigung und hatte Sehnsucht nach verloren geglaubten Idyllen. So blieb die romantische Landschafts-malerei trotz technischer Neuerungen wie der Fotografie und Avantgarden wie dem Realismus, Impressionismus oder Symbolismus eine Art Konstante in einem ohnehin von politischen, gesellschaftlichen wie auch von künstlerischen Revolutionen ge-prägten 19. Jahrhundert. Betrachtet man heute Bilder dieser Art, so kommt man nicht umhin zuzugeben, dass die romantische Landschaftsmalerei einen besonderen Charme hat. Sie scheint sogar noch an Zauber zu gewinnen. Gerade in unserem hektischen Alltag, der zunehmend zersiedelten Umwelt und dem immer-überall-erreichbar Sein, laden diese idealisierten Sehnsuchtslandschaften zum Schwelgen und Träumen ein. Oft sind es arkadisch-südliche Gefilde wie Italien, Griechenland und Spanien, die sich die Künstler zum Ziel wählten. Gleichermaßen wurden jedoch auch heimische Motive immer wichtiger, etwa poetische Fluss- und Gebirgslandschaften.

Eine große Vorliebe hatte man für die Rheinlandschaften ebenso wie für das Mainfränkische Gebiet. 

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog im Deutschen Kunstverlag für 19,90 €. Darin werden neue Erkenntnisse zu den Malern Fritz Bamberger und August Christian Geist veröffentlicht sowie zudem erstmals Grundlagenforschung zu den Künstlern Franz Leinecker und Ferdinand Knab publiziert. 

Kreativführung für Erwachsene mit praktischem Schwerpunkt im Museum im Kulturspeicher. 

Am Donnerstag, den 22. Dezember 2016 findet von 17.00 bis 19.00 Uhr erneut das Kunstforum statt.

Nach einer kleinen Führung vor ausgewählten Werken können die TeilnehmerInnen in der Werkstatt selbst tätig werden. Unter Anleitung dürfen Sie in künstlerische Techniken hineinschnuppern und sich darin ausprobieren, ohne Vorkenntnisse mitbringen zu müssen. Ob interessierte Erwachsene, Studenten, Eltern mit ihren Kindern oder Großeltern mit ihren Enkeln – der Workshop richtet sich an Personen, die etwas Neues versuchen wollen, sich aber bisher vielleicht nicht getraut haben. Hier können Sie völlig unverbindlich die unterschiedlichsten Techniken kennenlernen und sich begeistern lassen.

Kosten: Kosten: 6 € Führungsentgelt zzgl. ermäßigtem Eintritt, ohne Anmeldung

Kinder nur in Begleitung eines Erwachsenen

Leitung: Nadja Schamberger

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