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Buch vorgestellt
"Die Grabsteine vom Jüdischen Friedhof in Würzburg aus der Zeit vor dem Schwarzen Tod (1147-1346)"25 Jahre ist es her, dass bei Abbrucharbeiten in der Pleich - dem Würzburger Stadtteil um das Juliusspital - mehr als 1.400 mittelalterliche Grabsteine entdeckt und geborgen wurden. Ein Sensationsfund: Zusammen mit weiteren Grabsteinen aus Höchberg stellt dies den größten diesbezüglichen Fund weltweit dar. Würzburg muss zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert eine sehr bedeutende jüdische Gemeinde besessen haben.
Nach einem Vierteljahrhundert dauernden intensiven Forschungen wurde am 10. Januar im Jüdischen Gemeindezentrum Würzburg - Shalom Europa - nun ein Monumentalwerk der Öffentlichkeit vorgestellt, das als Schwergewicht die Dokumentation der Würzburger Stadtgeschichte bereichert.
Das zehn Kilogramm schwere dreibändige Werk "Die Grabsteine vom Jüdischen Friedhof in Würzburg aus der Zeit vor dem Schwarzen Tod (1147-1346)" wurde vom Würzburger Theologieprofessor Dr. Dr. Karl-Heinz Müller und Mitarbeitern aus Würzburg und Israel akribisch erarbeitet. Dabei mussten sie die meisten Steine und Bruchstücke im Vergleichsverfahren anhand gängiger Schreibweisen datieren und zuordnen. Unterstützung erhielt das Team dabei von der Universität Würzburg, der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken sowie von weiteren Sponsoren.
Bei der Buchvorstellung und Feierstunde wurden Werk und die für das Gelingen Verantwortlichen gebührend gewürdigt. Der Hausherr im Jüdischen Gemeindezentrum mit dem im Haus integrierten Museum, wo die 1455 Grabsteine eine neue Stätte fanden, Dr. Josef Schuster, sprach die einleitenden Worte in einem gut gefüllten David-Schuster-Saal vor hochrangigen Vertretern aus der jüdischen und den christlichen Kirchen, aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Anschließend fanden Würzburgs OB Georg Rosenthal, der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch sowie der 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Eyring Freiherr von Rotenhan die passenden Worte, um Fund der Grabsteine, die Geschehnisse aus dem betreffenden Zeitraum und die Dokumentation treffend einzuordnen. Schließlich stellte der Autor selbst seine Arbeit anschaulich vor, wodurch auch der enorme zeitliche und finanzielle Aufwand deutlich wurde.
Das Werk ist ab sofort im Buchhandel erhältlich:
Gesellschaft für Fränkische Geschichte: "Die Grabsteine vom Jüdischen Friedhof in Würzburg aus der Zeit vor dem Schwarzen Tod (1147-1346)", Stegaurach 2012, WiKomm Verlag, 2500 Seiten, 240 Euro, ISBN-10 386652958
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