Residenz Würzburg

Als eine Synthese des europäischen Barocks wurde die Würzburger Residenz bezeichnet und erhielt damit 1981 den Rang eines UNESCO Weltkulturerbes.

Das in den Jahren 1720 – 1744 nach den Plänen des Würzburger Hofarchitekten Balthasar Neumann erbaute Schloss zählt mit 170 m Breite und 90 m Tiefe zu den bedeutendsten Bauwerken Europas.

Mit diesem in sich vollkommen geschlossenen zweigeschossigen Bau erhielt Würzburg durch den Baumeister Neumann das Idealbild eines barocken Schlosses, unterstützt durch die Ideen der Architekten Johann Maximilian von Welsch, Philipp Christoph von und zu Erthal, Robert de Cotte, Gabriel Germain Boffrand, Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Groenesteyn und Johann Lucas von Hildebrandt.

Seit 1253 hatten die Fürstbischöfe zu Würzburg ihren Wohnsitz auf der Festung Marienberg. Nach der Wahl des Johann Philipp Franz von Schönborn zum Fürstbischof im Jahr 1719 veranlasste dieser jedoch den Bau der Residenz mit Hofgartenanlage.

Das Zeitalter der absolutistischen Herrscher wollte Macht und Einfluss auch in den Gebäuden widerspiegeln und so diente kein geringeres Schloss als Versailles zum Vorbild für den Bau der Würzburger Residenz. Die Grundform mit den beiden auf den Residenzplatz vorspringenden Flügeln, die vor dem Eingang einen tiefen Ehrenhof bilden, geben hier Zeugnis. Die Front des Bauvorhabens wurde zum Dom ausgerichtet und die Hofstraße im rechten Winkel vor das Gebäude geplant.

Der Residenzbau des Spätbarocks wartet bereits im Eingangsbereich mit einem einzigartigen Treppenaufgang der Superlative auf. Schreiten Sie die Treppenstufen hinauf und Sie erblicken die bedeutendsten Freskenmalereien Würzburgs.

Hier erschufen in den Jahren 1752-1753 der wohl bekannteste Freskenmaler seiner Zeit, der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, zusammen mit Stuckateur Antonio Bossi, sowie einer großen Anzahl hervorragender Künstler das wohl größte (670 m²) zusammenhängende Fresko der Welt. Vestibül, Treppenhaus, Weißer Saal, Kaisersaal und Kaiserzimmer spiegeln in ihrer Pracht ganz den Machtanspruch der damaligen Zeit.

Drei Generationen von Kunsthandwerkern aus ganz Europa schufen eine Innenausstattung, die seinerzeit unübertroffen war. Während der Hauptteil der heute zu besichtigenden Inneneinrichtung der Residenz in die Barockzeit fällt, zeigt der Weiße Saal die Verspieltheit des Rokoko und das grünlackierte Schmuckzimmer die ruhigere frühklassizistische Gestaltung.

Virtueller Rundgang in 360°-Panoramen

Hier können Sie die Würzburger Residenz virtuell betreten und sich einen Eindruck von der großartigen Innenarchitektur verschaffen. Sehen Sie hier das weltberühmte Treppenhaus, Kaiser- und Gartensaal sowie die im neuen Glanz erstrahlende Hofkirche und werfen Sie einen Blick in den weitläufigen Weinkeller.

Als die Residenz 1780 zur Fertigstellung kam, war die Epoche des Barock und auch die Zeit der Macht und Amtsstellung der Fürstbischöfe bereits am Verklingen.

Die Säkularisation bedeutete das Ende des Fürstbistums Würzburg. Nach dem achtjährigen Interregnum des Großherzogs Ferdinand von Toskana (reg. 1806-1814) fiel Würzburg 1814 endgültig an das Königreich Bayern.
1821 entfernte man das sog. Ehrenhofgitter. An seiner Stelle wurde 1894 der Franconia Brunnen errichtet.

Bei der Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 brannte das Gebäude fast völlig aus. Zum Glück blieben das Vestibül, das Treppenhaus mit Tiepolo-Fresko, der Weiße Saal, Kaisersaal und Gartensaal erhalten. Die Möbel und Gobelins konnten fast vollständig gerettet werden. Der Spiegelsaal jedoch schmolz aufgrund der großen Hitzeeinwirkung vollständig zusammen und musste rekonstruiert werden.

Der Wiederaufbau der Residenz dauerte bis 1987 und verschlang rund 20 Millionen Euro. Von den insgesamt etwa 340 Räumen der Residenz sind 42 heute Schauräume. Außerdem werden Teile der Residenz von der Universität und vom Martin-von-Wagner-Museum genutzt. Im Keller lagern beste Weine der staatl. Hofkellerei von den hervorragenden Weinlagen Würzburgs.

Sehenswert sind ebenso die Hofkirche und der große Hofgarten mit Orangerie.



Besuchszeiten April – Oktober:
täglich 9:00 – 18:00 Uhr, letzter Einlass: 17:30 Uhr

Besuchszeiten November – März:
täglich 10:00 – 16:30 Uhr, letzter Einlass: 16:00 Uhr

Dauer: 45 - 50 Minuten,
Führungen finden in ca. 20-minütigem Abstand statt, in Englisch täglich 11:00 und 15:00 Uhr

Eintritt inklusive Führung: 7,50 Euro regulär, 6,50 € ermäßigt

Hinweis: Die Residenz ist an folgenden Tagen geschlossen:
01. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember


Information und Kontakt:

Schloss- und Gartenverwaltung
Residenzplatz 2, 97070 Würzburg
Tel 0931 - 35517-0
Fax 0931 - 35517-25
E-Mail: sgvwuerzburg@bsv.bayern.de
www.residenz-wuerzburg.de

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