Alte Mainbrücke

Die Alte Mainbrücke in Würzburg - sie umgibt noch das Flair des alten Würzburgs, mit seinen Heiligen und Schutzpatronen, seinen Händlern und Menschen.

Eine ganz besondere Stimmung kann man in den Abendstunden, wenn ein unvergleichlicher Blick auf Festung, Käppele, Dom und Rathaus in romantischer Beleuchtung gewährt wird, genießen.

Genau wie es im Volkslied heißt: „Es führt über den Main eine Brücke von Stein.Wer darüber will geh'n, muss im Tanze sich dreh'n.“

Bereits um 1120  wurde eine romanische Brücke, wahrscheinlich die erste Steinbrücke Deutschlands, an dieser Stelle des Mains gebaut, zuvor musste hier noch ein Fährmann seine Dienste tun.

Eine Legende besagt, dass die drei Frankenmissionare St. Kilian, Kolonat und Totnan genau an dieser Stelle heidnische Freya-Statuen (heute Marienkirche auf der Festung) ins Wasser warfen.

Doch dieser erste Brückenbau hielt den Anforderungen des zunehmenden Handels, vor allem mit Holzstämmen, die schwimmend im Fluss transportiert wurden, als auch den starken Hochwassern in den Jahren 1342 und 1442, nicht stand.

Ein neuer Brückenbau wurde 1473 bis 1543 aus Feldsteinen errichtet, wobei die Pfeiler anfangs noch als Holzkonstruktion, auch aus Verteidigungsgründen, gefertigt waren.Ab 1512 überbrückte man die Öffnungen mit Steingewölben, was sich aus Geldmangel bis 1703 hinzog.

Um 1730 wurden auf der Brücke zwölf barocke Sandsteinfiguren (4,5 m Höhe) aufgestellt. Sie zeigen auf der linken Seite die Jungfrau Maria, dargestellt als Patrona Franconiae, und um sie herum aufgestellt die Frankenapostel St. Kilian, Kolonat und Totnan, die 686 als irische Missionare nach Würzburg kamen und 689 unweit dieser Brücke auf Veranlassung des herzoglichen Hauses den Märtyrertod fanden.

Weiterhin findet der Besucher die Statuen des Hl. Burkard, erster Bischof von Würzburg (742 -754), als auch den Hl. Bruno, Erbauer des Domes und ebenfalls Bischof von Würzburg.

Auf der rechten Seite stehen die Heiligen Karl Borromäus, Johannes von Nepomuk, Joseph und Fridericus. Sie werden eingerahmt von zwei weltlichen Herrschern: König Pippin, dem Begründer des Frankenreichs, und Kaiser Karl dem Großen.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein war die Alte Mainbrücke noch militärisch befestigt und mit Häusern bebaut. In der Barockzeit wurden jedoch bereits die  Brückentore und -türme abgerissen. Das Bauwerk war bis 1886 Würzburgs einziger Flussübergang.

In heutiger Zeit misst die Brücke, die Teil der Ost-West-Passage bei Mainkilometer 252,32 ist, 180 Meter Länge. Sie verbindet die Altstadt mit dem linken Mainufer und der Festung. Am westlichen Ufer befindet sich eine Schleuse. Hier können Frachtschiffe beobachtet werden, die sich um fast drei Meter abwärts tragen lassen. Auf der anderen Seite des Mains schäumt das Wasser wild, wenn es sich seinen Weg durch das kleine Elektritzitätswerk bahnt.

Man sagt, wer früher als Geselle auf der Walz erzählte, dass er auch in Würzburg gewesen sei, musste zum Beweis seiner Behauptung wissen, wie viele Heilige auf der Brücke stehen.

 

 

 

 

 

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